Was bedeutet kognitive Dissonanz in der Pädagogik?

Antwort

Kognitive Dissonanz bezeichnet in der Pädagogik einen Zustand psychischer Spannung, der entsteht, wenn eine Person widersprüchliche Wahrnehmungen, Überzeugungen oder Informationen hat. Zum Beispiel kann ein Schüler erleben, dass sein bisheriges Wissen mit neuen Lerninhalten nicht übereinstimmt. Diese Unstimmigkeit (Dissonanz) wird als unangenehm empfunden und motiviert dazu, sie zu verringern – etwa durch Anpassung des eigenen Wissens, Umdeutung der neuen Information oder Ablehnung der neuen Inhalte. In der pädagogischen Praxis wird kognitive Dissonanz gezielt eingesetzt, um Lernprozesse anzuregen: Lehrkräfte konfrontieren Lernende mit Situationen oder Aufgaben, die deren bisherige Vorstellungen infrage stellen. Dadurch werden Denkprozesse angestoßen, die zu tieferem Verständnis und nachhaltigem Lernen führen können.

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