Gab es Gargoyles schon vor der christlichen, mittelalterlichen Architektur?

Antwort

Gargoyles, wie sie heute bekannt sind – also steinerne Wasserspeier in Form von fantastischen oder furchterregenden Kreaturen – sind besonders charakteristisch für die christliche, mittelalterliche Architektur, vor allem für gotische Kathedralen in Europa (z. B. Notre-Dame de Paris). Ihre Hauptfunktion war es, Regenwasser von den Mauern wegzuleiten, um Bauschäden zu verhindern. Allerdings ist das Prinzip von Wasserspeiern und die Darstellung von Fabelwesen an Gebäuden älter als das Mittelalter und nicht ausschließlich christlich. Bereits in der Antike, etwa bei den alten Griechen und Römern, gab es architektonische Wasserspeier, oft in Form von Löwenköpfen oder anderen Tieren. Auch in anderen Kulturen, wie im alten Ägypten oder in Asien, finden sich ähnliche Elemente. Die spezifische Ausprägung der Gargoyles als groteske, oft dämonisch wirkende Figuren ist jedoch ein Produkt der mittelalterlichen, vor allem gotischen Baukunst. Sie sollten nicht nur Wasser ableiten, sondern auch symbolisch böse Geister fernhalten und die Gläubigen mahnen. Zusammengefasst: Wasserspeier gab es schon vor dem Mittelalter und außerhalb des Christentums, aber die typischen Gargoyles als fantastische Steinfiguren sind ein Markenzeichen der christlichen, mittelalterlichen Architektur.

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