Nährstoffgehalt von Schafwolle als Dünger?

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**Schafwolle ist als Dünger vor allem ein stickstoffbetonter Langzeitdünger: typischerweise enthält sie etwa 8–12 % Stickstoff, dazu rund 0,5–1 % Phosphor und 4–6 % Kalium – entscheidend ist aber, dass diese Nährstoffe nur langsam freigesetzt werden.** ## Was das praktisch bedeutet Schafwolle wirkt nicht wie ein schneller Mineraldünger, sondern eher wie ein Depotdünger für mehrere Monate. Für dich heißt das: Sie eignet sich gut für Starkzehrer wie Tomaten, Kürbis, Zucchini, Kohl oder Beerensträucher, aber schlecht, wenn Pflanzen sofort einen Nährstoffschub brauchen. ## Typischer Nährstoffgehalt Die Werte schwanken je nach Herkunft, Verarbeitung und Restfettgehalt der Wolle, aber als grobe Orientierung gelten: - **Stickstoff (N):** ca. **8–12 %** - **Phosphor (P):** ca. **0,5–1 %** - **Kalium (K):** ca. **4–6 %** - zusätzlich geringe Mengen **Schwefel**, **Magnesium** und Spurenelemente Wichtiger als die exakte Zahl ist der Vergleich: Schafwolle liefert **deutlich mehr Stickstoff als Kompost**, aber viel langsamer als Blaukorn oder andere schnell lösliche Dünger. ## Warum Schafwolle so langsam wirkt Die Nährstoffe stecken im Keratin der Wollfasern. Pflanzen können das nicht direkt aufnehmen. Erst Bodenorganismen zersetzen die Fasern nach und nach. Deshalb setzt die Düngewirkung verzögert ein, hält dafür aber lange an und verbessert nebenbei die Wasserspeicherung im Boden. ## Wichtiger Unterschied Rohwolle, Wollpellets und Wollvlies sind nicht ganz dasselbe. **Wollpellets** sind als Dünger am berechenbarsten, weil ihr Nährstoffgehalt meist standardisierter ist. **Rohwolle** kann stärker schwanken und enthält je nach Zustand mehr oder weniger Fett, Schmutz oder Feuchtigkeit. ## Praxiswert statt Laborwert Der eigentliche Vorteil von Schafwolle ist nicht der absolute NPK-Wert, sondern die Kombination aus: - **langsame Stickstoffnachlieferung** - **gute Wasserspeicherung** - **Lockerung schwerer Böden** - **geringeres Auswaschungsrisiko** Genau deshalb ist Schafwolle im Gemüsebeet oft nützlicher als ihr reiner Analysewert vermuten lässt.

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