Welche Lösungen gibt es außer Kennzeichnung gegen Geisternetze?

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**Kennzeichnung allein löst das Problem nicht. Wirksam sind vor allem Rückholpflichten, finanzielle Anreize zur Rückgabe, bessere Bergungssysteme und Netze, die gar nicht erst so leicht verloren gehen.** Verlorene Netze müssen aus dem Meer heraus, sonst fischen sie weiter und zerfallen zu Mikroplastik. ([wwf.de](https://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/ostsee/geisternetze)) ## Was außer Kennzeichnung wirklich hilft **1. Melde- und Rückholpflichten für verlorene Fanggeräte** Der wichtigste Schritt ist nicht das Etikett am Netz, sondern dass Verlust sofort gemeldet und die Bergung organisiert wird. Genau darauf zielen internationale und EU-Regeln: Verlust soll dokumentiert, wenn möglich das Gerät zurückgeholt und Abfall im Hafen statt im Meer entsorgt werden. ([fao.org](https://www.fao.org/responsible-fishing/marking-of-fishing-gear/abandoned--lost-or-otherwise-discarded-fishing-gear-%28aldfg%29/en)) **2. Kostenfreie oder sehr einfache Abgabe im Hafen** Wenn Fischer beschädigte Netze teuer entsorgen müssen, steigt der Fehlanreiz. Hafenannahmestellen und klare Rückgabesysteme senken genau dieses Problem. Die EU hat dafür Regeln zu Hafenauffangeinrichtungen geschaffen, damit Abfälle und herrenlose Fanggeräte an Land gehen statt über Bord. ([transport.ec.europa.eu](https://transport.ec.europa.eu/news-events/news/proposal-new-directive-port-reception-facilities-aims-tackle-sea-based-sources-marine-litter-2018-01-17_en?prefLang=it)) **3. Herstellerverantwortung statt alleiniger Last bei Fischern** Ein besonders sinnvoller Hebel ist **erweiterte Herstellerverantwortung**: Produzenten von kunststoffhaltigem Fanggerät sollen Sammlung, Entsorgung und teilweise Reinigungskosten mitfinanzieren. Das ist praktischer als nur auf individuelles Fehlverhalten zu setzen, weil es ein dauerhaftes Finanzierungssystem schafft. Die EU verlangt für solche Fanggeräte EPR-Systeme im Rahmen der Einwegkunststoff-Regeln. ([environment.ec.europa.eu](https://environment.ec.europa.eu/topics/plastics/single-use-plastics_en?prefLang=hr)) **4. Gezielte Suche und Bergung** Bei bestehenden Geisternetzen hilft nur Bergung. In der Praxis funktioniert die Kombination aus **Sonar, lokalen Fischern, Tauchteams und Meldesystemen** derzeit am besten. Der WWF beschreibt Sonarsuche als effizienteste Methode; in Ostsee-Projekten wurden damit bereits große Mengen Netzmaterial gefunden und geborgen. ([wwf.de](https://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/ostsee/geisternetze)) ## Der Punkt, den viele Antworten auslassen **Das eigentliche Nadelöhr ist oft nicht das Finden, sondern die Entsorgung.** Selbst geborgene Geisternetze lassen sich häufig schlecht recyceln, weil sie mit Sand, Bewuchs und teils Blei belastet sind. Deshalb scheitert die Lösung in der Praxis oft an Finanzierung und Verwertung, nicht an fehlendem Problembewusstsein. ([wwf.de](https://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/ostsee/geisternetze)) ## Was langfristig am meisten bringt Am sinnvollsten ist eine Kombination aus vier Bausteinen: - **Verlust vermeiden**: robustere Fanggeräte, bessere Sicherung, digitale Dokumentation - **Verlust sofort melden**: klare Pflicht ohne bürokratische Hürden - **Rückgabe wirtschaftlich attraktiv machen**: kostenlose Annahme, Prämien oder Pfandsysteme - **Bergung professionell organisieren**: Sonar, Taucher, Fischer, feste Zuständigkeiten ([fao.org](https://www.fao.org/responsible-fishing/marking-of-fishing-gear/abandoned--lost-or-otherwise-discarded-fishing-gear-%28aldfg%29/en)) Die klare Bewertung ist deshalb: **Die beste Lösung außer Kennzeichnung ist ein verbindliches Rücknahme- und Finanzierungssystem mit Bergungspflicht.** Kennzeichnung hilft nur bei der Zuordnung; sie verhindert noch kein einziges Geisternetz, solange Rückholung, Entsorgung und Kostenfrage ungelöst bleiben. ([environment.ec.europa.eu](https://environment.ec.europa.eu/topics/plastics/single-use-plastics_en?prefLang=hr))

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