Die differenzierungstheoretische und die handlungstheoretischeive sind zwei unterschiedliche Ansätze in der soziologischen Analyse des modernen positiven Rechts. **Differenzierungstheoretische P... [mehr]
Das Modell der Frame-Selection nach Hartmut Esser ist ein theoretischer Ansatz aus der Soziologie, der erklärt, wie Individuen in sozialen Situationen Entscheidungen treffen. Esser verbindet dabei Überlegungen aus der Handlungstheorie mit kognitionspsychologischen Ansätzen. **Kernidee:** Menschen stehen in sozialen Situationen oft vor mehreren Handlungsoptionen. Die Auswahl einer bestimmten Handlung erfolgt nicht rein rational nach dem Kosten-Nutzen-Prinzip, sondern hängt davon ab, welchen „Frame“ (Rahmen) die Person in der jeweiligen Situation aktiviert. **Was ist ein Frame?** Ein Frame ist ein Deutungsrahmen oder eine kognitive Struktur, die festlegt, wie eine Situation wahrgenommen und interpretiert wird. Frames enthalten Wissen über typische Situationen, Rollen, Normen und angemessene Handlungen. **Ablauf der Frame-Selection:** 1. **Situationsdefinition:** Die Person nimmt eine Situation wahr und ordnet sie einem bestimmten Frame zu (z.B. „Prüfungssituation“, „Freundschaft“, „Verhandlung“). 2. **Frame-Aktivierung:** Aus dem Gedächtnis werden passende Frames abgerufen. Welcher Frame aktiviert wird, hängt von situativen Hinweisen, Erfahrungen und Erwartungen ab. 3. **Handlungsselektion:** Innerhalb des aktivierten Frames sind bestimmte Handlungen als angemessen oder erwartbar definiert. Die Person wählt aus diesen Möglichkeiten eine Handlung aus. 4. **Handlungsausführung:** Die gewählte Handlung wird ausgeführt. **Beispiel:** In einer Prüfungssituation wird der „Prüfungs-Frame“ aktiviert. Dieser Frame enthält Regeln wie „leise sein“, „nicht abschreiben“, „Fragen beantworten“. Die Handlungen werden entsprechend ausgewählt. **Bedeutung:** Das Modell zeigt, dass Handlungen nicht nur von individuellen Präferenzen, sondern stark von sozialen Deutungsrahmen beeinflusst werden. Es erklärt, warum Menschen in ähnlichen Situationen oft ähnlich handeln – weil sie denselben Frame aktivieren. **Weiterführende Literatur:** - Hartmut Esser: Soziologie. Spezielle Grundlagen. Band 1: Situationslogik und Handeln. Frankfurt/M. 2000. Weitere Informationen zu Hartmut Esser findest du z.B. [hier](https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_Esser).
Die differenzierungstheoretische und die handlungstheoretischeive sind zwei unterschiedliche Ansätze in der soziologischen Analyse des modernen positiven Rechts. **Differenzierungstheoretische P... [mehr]
Die differenzierungstheoretische und die handlungstheoretische Perspektive der Soziologie bieten unterschiedliche Ansätze zur Analyse des modernen positiven Rechts. **Differenzierungstheoretisch... [mehr]