Wie wurde Pater Longo vom Satanisten zum heiliggesprochenen Apostel des Rosenkranzes?

Antwort

Bartolo Longo (1841–1926) ist tatsächlich eine der ungewöhnlichsten Persönlichkeiten der katholischen Kirchengeschichte. Er wurde 1980 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen, nicht heiliggesprochen – das ist ein Unterschied: Die Seligsprechung ist ein Schritt auf dem Weg zur Heiligsprechung. Longo wuchs in Italien auf, studierte Jura in Neapel und geriet in seiner Jugend in den Bann des Spiritismus und Satanismus, was damals in gewissen Kreisen eine Modeerscheinung war. Er wurde sogar als „Priester des Satan“ bezeichnet. Nach einer Phase tiefer Depression und innerer Leere wandte er sich jedoch ab und fand durch die Hilfe eines Freundes und eines Dominikanerpaters zum katholischen Glauben zurück. Sein weiteres Leben widmete er der Marienverehrung, insbesondere dem Rosenkranzgebet. Er gründete das Heiligtum von Pompeji, das heute ein bedeutender Wallfahrtsort ist, und engagierte sich für soziale Projekte, etwa für Waisenkinder. Die katholische Kirche sieht in seiner Biografie ein Beispiel für Umkehr und Barmherzigkeit: Selbst jemand mit einer so dunklen Vergangenheit kann durch Reue und Glauben ein heiligmäßiges Leben führen. Das mag auf den ersten Blick skurril erscheinen, ist aber ein zentrales Motiv christlicher Lehre. Mehr zu Bartolo Longo findest du z.B. auf der offiziellen Seite des Vatikans: https://www.vatican.va/news_services/liturgy/saints/ns_lit_doc_19801026_longo_en.html Weitere Infos zum Wallfahrtsort Pompeji: https://www.santuario.it/ (italienisch)

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