Warum küssen Juden ihre Fingerspitzen und berühren beim Gehen den Türrahmen?

Antwort

Das Küssen der Fingerspitzen und das Berühren des Türrahmens beim Verlassen oder Betreten eines Hauses ist ein jüdischer Brauch, der mit der sogenannten „Mesusa“ (hebräisch: מְזוּזָה) zusammenhängt. Die Mesusa ist ein kleines Kästchen, das am Türpfosten jüdischer Häuser angebracht wird und einen Pergamentstreifen mit Bibelversen (insbesondere das „Schma Jisrael“ aus 5. Mose 6,4–9 und 11,13–21) enthält. Der Brauch, beim Vorbeigehen die Mesusa zu berühren und anschließend die Fingerspitzen zu küssen, ist ein Zeichen der Ehrfurcht und Erinnerung an Gottes Gebote. Es soll daran erinnern, dass Gott das Haus und seine Bewohner beschützt und dass man sich seiner Gegenwart und den Geboten bewusst bleibt – sowohl beim Hinausgehen als auch beim Heimkommen. Das Küssen der Fingerspitzen nach der Berührung ist ein Ausdruck von Liebe und Respekt gegenüber Gott und seinen Geboten. Es ist jedoch kein zwingendes religiöses Gebot, sondern eine weit verbreitete, schöne Tradition im Judentum. Weitere Informationen findest du z.B. hier: - [Jüdisches Museum Berlin: Mesusa](https://www.jmberlin.de/lexikon/mesusa) - [Wikipedia: Mesusa](https://de.wikipedia.org/wiki/Mesusa)

Neue Frage stellen

Verwandte Fragen

Ist Selbstmord im jüdischen Glauben erlaubt?

Im Judentum gilt Selbstmord grundsätzlich als verboten und wird als schwere Sünde betrachtet. Das Leben wird als ein Geschenk Gottes angesehen, über das der Mensch nicht eigenmächt... [mehr]

Was gab es zuerst: Judentum oder Christentum?

Das Judentum entstand historisch vor dem Christentum. Das Judentum entwickelte sich über viele Jahrhunderte im antiken Israel und Juda und ist eine der ältesten monotheistischen Religionen d... [mehr]

Welche Bedeutung hat Rache im Judentum?

Im Judentum hat das Thema Rache eine differenzierte Bedeutung. Grundsätzlich wird persönliche Rache im jüdischen Denken eher abgelehnt. In der Tora, insbesondere im Buch Levitikus (3. M... [mehr]

Wer waren die Makkabäer in der Bibel?

Die Makkabäer sind eine bedeutende Gruppe in der jüdischen Geschichte, die vor allem im Zusammenhang mit dem sogenannten Makkabäeraufstand (ca. 167–160 v. Chr.) gegen die Seleukid... [mehr]

Hat Jesus behauptet, Gottes Sohn zu sein, und wie sehen Judentum und Islam diese Aussage?

Du hast recht: Die Aussage, dass Jesus der „Sohn Gottes“ sei, ist ein zentraler Bestandteil des christlichen Glaubens, wird aber im Judentum und im Islam abgelehnt. **Judentum:** Im Jud... [mehr]

Dürfen gläubige Juden Schweine anfassen?

Im Judentum gilt das Schwein als „unrein“ (hebräisch: טָמֵא, tame). Das Verbot, Schweinefleisch zu essen, ist in der Tora (3. Mose 11,7 und 5. Mose 14,8) klar geregelt. Dort steht jed... [mehr]

Welche Bedeutung haben Schweine im jüdischen Glauben?

Im Judentum gelten Schweine als unreine Tiere. Nach den Speisegesetzen der Tora (Kaschrut), insbesondere im 3. Buch Mose (Levitikus 11,7) und 5. Buch Mose (Deuteronomium 14,8), ist das Schwein zwar ei... [mehr]