Am treffendsten ist: Das Christentum ist historisch aus dem Judentum hervorgegangen, also eher eine Tochterreligion – aber die Bezeichnung ist nur begrenzt passend, weil sich beide Religionen sc...
Welche christlichen Konfessionen außer messianischen Juden feiern jüdische Feste und leben jüdisch?
Antwort vom**Ja – aber fast nie als klassische Großkonfession. Neben messianischen Juden sind es vor allem kleinere Bewegungen wie die Hebräische-Wurzeln-Bewegung, einzelne Nazarener-Gruppen und manche Sabbatarier, die jüdische Feste feiern und bewusst „jüdisch“ leben wollen; die großen Kirchen tun das nicht als verbindliche Praxis.** ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Hebrew_Roots)) ## Wer das konkret ist Die wichtigste Gruppe neben messianischen Juden ist die **Hebräische-Wurzeln-Bewegung**. Dort lehnen viele Weihnachten und Ostern ab, halten stattdessen Feste wie Pessach, Sukkot oder Jom Terua und betonen, dass die Tora für Christen weiter relevant sei. Das ist aber keine einheitliche Konfession, sondern eher ein loses, meist evangelikal geprägtes Milieu. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Hebrew_Roots)) Dazu kommen **Nazarener- oder Torah-observante christliche Gruppen**, die Jesus als Messias bekennen, aber Sabbat, Speisegebote und biblische Festzeiten praktizieren. Diese Gruppen sind klein, organisatorisch zersplittert und oft schwer sauber von messianischem Judentum abzugrenzen. Diese Unschärfe ist wichtig: Viele nennen sich „christlich“, wirken praktisch aber sehr ähnlich wie messianische Gemeinden. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Christian_observances_of_Jewish_holidays)) Ein Sonderfall sind manche **Church-of-God- bzw. sabbatarische Gruppen**. Dort werden teils Pessach oder andere biblische Feste gefeiert, aber meist nicht mit dem Anspruch, insgesamt jüdisch zu leben, sondern weil man die alttestamentlichen Gebote weiterhin als verbindlich versteht. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Christian_observances_of_Jewish_holidays)) ## Wer oft verwechselt wird **Siebenten-Tags-Adventisten** werden hier oft genannt, passen aber nur teilweise. Sie halten offiziell den wöchentlichen Sabbat hoch, unterscheiden ihn aber klar von den jährlichen jüdischen Fest- und Zeremonialtagen. Die offizielle adventistische Position ist gerade nicht, dass Christen die israelitischen Jahresfeste verbindlich feiern müssen. ([gc.adventist.org](https://gc.adventist.org/beliefs/)) Auch viele evangelikale Gemeinden veranstalten gelegentlich ein **Pessach-Seder als Lehrabend**. Das ist aber etwas völlig anderes als eine Konfession, die dauerhaft jüdische Feste als religiöse Pflicht lebt. Genau dieser Unterschied fehlt in vielen oberflächlichen Antworten. ([myjewishlearning.com](https://www.myjewishlearning.com/article/biblical-rabbinic-and-modern-holidays/)) ## Der entscheidende Unterschied „Jüdische Feste feiern“ und „jüdisch leben“ sind nicht dasselbe. Jüdisch leben meint meist mehr als einzelne Feiertage: Sabbatpraxis, Speisegebote, Kalender, teils hebräische Liturgie und ein Selbstverständnis in Nähe zur Tora. Genau das findet man außerhalb messianischer Juden vor allem in kleinen restaurativen Bewegungen, nicht in den historischen Hauptkonfessionen wie katholisch, evangelisch, orthodox, baptistisch oder lutherisch. ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Hebrew_Roots)) Praktisch heißt das: **Ja, solche christlichen Gruppen gibt es – aber sie sind fast immer Randbewegungen und keine etablierten Großkonfessionen.** ([en.wikipedia.org](https://en.wikipedia.org/wiki/Hebrew_Roots))
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