Aus christlicher Sicht beziehen sich vor allem diese Jesaja-Stellen auf Jesus als Messias: Jes 7,14; 9,1–6; 11,1–10; 40,3–5; 42,1–9; 49,1–6; 50,4–9; 52,13–53,...
Glaubten Juden, die an Jesus glaubten, dass Jesus Gott ist?
Antwort vom**Nein – jedenfalls nicht alle. Die ersten Juden, die an Jesus glaubten, sahen ihn zunächst vor allem als den von Gott gesandten Messias und erhöhten Herrn; die ausdrückliche Lehre „Jesus ist Gott“ entstand erst klarer und breiter in der weiteren Entwicklung des frühen Christentums.** ([cambridge.org](https://www.cambridge.org/core/books/abs/early-christian-thought-in-its-jewish-context/monotheism-and-christology/414A47ED55C95C17C8CE1D7D276AB3B1)) ## Entscheidend ist der Unterschied Jüdische Jesusgläubige blieben anfangs Juden und hielten am strengen Monotheismus fest: Es gibt nur einen Gott. Gleichzeitig verehrten sie Jesus nach seiner Auferweckung als Herrn, als endzeitlichen Messias und als den, durch den Gott handelt. Das ist nicht automatisch dasselbe wie die spätere trinitarische Aussage, Jesus sei „wesensgleich mit Gott“. ([cambridge.org](https://www.cambridge.org/core/books/abs/early-christian-thought-in-its-jewish-context/monotheism-and-christology/414A47ED55C95C17C8CE1D7D276AB3B1)) Genau hier liegt das Missverständnis: Zwischen „Jesus ist von Gott bevollmächtigt“ und „Jesus ist Gott“ liegt ein echter theologischer Unterschied. Die frühesten Texte zeigen eine sehr hohe Sicht von Jesus, aber nicht überall dieselbe Formulierung oder dieselbe gedankliche Schärfe. ([cambridge.org](https://www.cambridge.org/core/books/abs/early-christian-thought-in-its-jewish-context/monotheism-and-christology/414A47ED55C95C17C8CE1D7D276AB3B1)) ## Was die frühen Gruppen tatsächlich glaubten Schon im Neuen Testament wird Jesus teils außergewöhnlich hoch eingeordnet: als präexistent, als Mittler der Schöpfung oder als göttlicher Offenbarer, besonders in späteren Schriften wie dem Johannesevangelium oder in Formeln wie 1 Kor 8,6. Das spricht dafür, dass manche sehr frühen Christen Jesus in den Bereich der göttlichen Identität einbezogen, ohne den jüdischen Ein-Gott-Glauben einfach aufzugeben. ([cambridge.org](https://www.cambridge.org/core/books/abs/early-christian-thought-in-its-jewish-context/monotheism-and-christology/414A47ED55C95C17C8CE1D7D276AB3B1)) Aber „die Juden, die an Jesus glaubten“ waren keine einheitliche Gruppe. Es gab unterschiedliche Strömungen. Spätere judenchristliche Gruppen wie die Ebioniten sahen Jesus ausdrücklich eher als menschlichen Messias und nicht als Gott. Das zeigt: Der Glaube an Jesus als Gott war weder von Anfang an überall gleich formuliert noch unter allen judenchristlichen Gruppen Konsens. ([cambridge.org](https://www.cambridge.org/highereducation/books/an-introduction-to-the-new-testament-and-the-origins-of-christianity/32A6751C4FE08D443DC4BDD934A3C343/judaic-christianity/F4A41CEAE8BD4BFC807AF7C5793ED951)) ## Die klare Einordnung Historisch ist die präziseste Antwort daher: - Die ersten jüdischen Jesusanhänger glaubten **an den einen Gott Israels**. - Sie glaubten **an Jesus als Messias und Herrn**. - **Ein Teil** von ihnen entwickelte sehr früh eine so hohe Christologie, dass Jesus faktisch in Gottes einzigartige Sphäre einbezogen wurde. - Die spätere, dogmatisch klare Formel „Jesus ist Gott“ war **nicht die einzige und nicht die früheste Ausdrucksweise aller** judenchristlichen Gruppen. ([cambridge.org](https://www.cambridge.org/core/books/abs/early-christian-thought-in-its-jewish-context/monotheism-and-christology/414A47ED55C95C17C8CE1D7D276AB3B1)) Der wichtigste Punkt ist also: **Nicht entweder nur Mensch oder sofort die spätere Trinitätslehre. Dazwischen gab es eine reale Entwicklung – und genau diese Entwicklung begann innerhalb des Judentums.** ([cambridge.org](https://www.cambridge.org/core/books/abs/early-christian-thought-in-its-jewish-context/monotheism-and-christology/414A47ED55C95C17C8CE1D7D276AB3B1))
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