Wie viele Bewerberinnen fürs Kloster werden abgelehnt und aus welchen Gründen?

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**Eine belastbare Prozentzahl gibt es nicht. Ordensgemeinschaften veröffentlichen in Deutschland normalerweise keine einheitliche Quote dazu, wie viele Bewerberinnen abgelehnt werden; entschieden wird fast immer im Einzelfall.** ## Was sicher gesagt werden kann Für die Aufnahme ins Kloster gibt es keine allgemeine „Durchfallquote“ wie bei einer Prüfung. Jede Gemeinschaft prüft selbst, ob eine Frau **zum konkreten Orden, zur Lebensform und zur bestehenden Gemeinschaft passt**. Genau das ist der entscheidende Punkt: Nicht jede Ablehnung bedeutet „ungeeignet“, sondern oft schlicht **„nicht passend für diese Gemeinschaft“**. Das entspricht auch dem kirchlichen Recht, das neben formalen Voraussetzungen ausdrücklich die Eignung verlangt. ([vatican.va](https://www.vatican.va/archive/cod-iuris-canonici/deu/documents/cic_libro2_cann641-645_ge.html)) Typisch ist außerdem, dass die Prüfung **mehrstufig** läuft: Kennenlernzeit, Mitleben, Postulat, Noviziat. Dadurch werden viele Fragen schon vor einer endgültigen Aufnahme geklärt. Deshalb ist die praktisch wichtigere Aussage nicht eine Prozentzahl, sondern: **Ein Teil der Interessentinnen scheidet schon vor oder während dieser Phasen aus – teils auf Wunsch der Gemeinschaft, teils aus eigener Entscheidung.** ([ordensleben.orden.de](https://ordensleben.orden.de/verlockend)) ## Häufige Gründe für eine Ablehnung Formale Ausschlussgründe sind kirchenrechtlich klar geregelt. Nicht gültig zum Noviziat zugelassen werden zum Beispiel Minderjährige unter der vorgeschriebenen Altersgrenze, Verheiratete, bereits anderweitig gebundene Personen oder Fälle, in denen Freiheit oder Ehrlichkeit beim Eintritt fehlen. Zusätzlich können Gemeinschaften weitere Nachweise zur Eignung verlangen. ([vatican.va](https://www.vatican.va/archive/cod-iuris-canonici/deu/documents/cic_libro2_cann641-645_ge.html)) In der Praxis sind aber meist **nicht die formalen, sondern die persönlichen und gemeinschaftlichen Gründe** ausschlaggebend: - fehlende innere Klarheit über die Berufung - unrealistische Vorstellungen vom Klosterleben - Schwierigkeiten, sich in eine feste Gemeinschaft und Regel einzufügen - psychische Instabilität oder mangelnde Belastbarkeit - ungeklärte Lebensgeschichte oder starke äußere Fluchtmotive - deutliche Unpassung zum Charisma des Ordens, etwa kontemplativ vs. sozial-apostolisch. ([katholisch.de](https://katholisch.de/artikel/17467-warum-nicht-jede-ins-kloster-darf)) Der wichtigste Unterschied zu vielen oberflächlichen Antworten ist: **Abgelehnt wird nicht primär wegen „Frömmigkeitsmangel“, sondern oft wegen fehlender Passung und fehlender Tragfähigkeit für ein dauerhaftes Leben unter Gelübden.** Das ist ein lebenslanger Bindungsschritt, deshalb prüfen Orden eher zu streng als zu locker. ([katholisch.de](https://katholisch.de/artikel/17467-warum-nicht-jede-ins-kloster-darf)) ## Praktisch bedeutet das Wenn du nach einer realistischen Größenordnung fragst, lautet die ehrliche Antwort: **Es gibt keine seriös veröffentlichte allgemeine Prozentzahl für Deutschland oder „die Klöster“.** Wer etwas Konkreteres behauptet, nennt meist keine belastbare Quelle. Verlässlich sagen lässt sich nur, dass die Auswahl individuell ist und dass Ablehnungen vor allem aus **rechtlichen Hindernissen, fehlender persönlicher Eignung oder mangelnder Passung zur Gemeinschaft** erfolgen. ([vatican.va](https://www.vatican.va/archive/cod-iuris-canonici/deu/documents/cic_libro2_cann641-645_ge.html))

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