Ab wann verjährt eine Forderung aus einer notariellen Leistung ohne gestellte Rechnung?

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Die Verjährung einer Forderung aus einer notariellen Leistung richtet sich grundsätzlich nach den allgemeinen zivilrechtlichen Verjährungsvorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). **Regelmäßige Verjährungsfrist:** Nach § 195 BGB beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist **drei Jahre**. **Beginn der Verjährung:** Die Frist beginnt gemäß § 199 Abs. 1 BGB mit dem Schluss des Jahres, in dem 1. der Anspruch entstanden ist und 2. der Gläubiger (hier: der Notar) von den anspruchsbegründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätte erlangen müssen. **Besonderheit bei nicht gestellter Rechnung:** Die Verjährung beginnt **nicht erst mit Rechnungsstellung**, sondern bereits mit der Entstehung des Anspruchs. Bei notariellen Leistungen entsteht der Vergütungsanspruch in der Regel mit der vollständigen Erbringung der Leistung, also z.B. mit der Beurkundung oder dem Abschluss der Amtshandlung. **Beispiel:** Wurde eine notarielle Beurkundung am 15. Mai 2020 vorgenommen, beginnt die Verjährungsfrist am 31. Dezember 2020 zu laufen und endet mit Ablauf des 31. Dezember 2023 – unabhängig davon, ob eine Rechnung gestellt wurde oder nicht. **Fazit:** Eine Forderung aus einer notariellen Leistung verjährt grundsätzlich **drei Jahre nach dem Schluss des Jahres**, in dem die Leistung erbracht wurde – unabhängig davon, ob eine Rechnung gestellt wurde. **Hinweis:** Es können im Einzelfall Besonderheiten gelten (z.B. Hemmung der Verjährung), daher empfiehlt sich bei Unsicherheiten eine rechtliche Beratung. Weitere Informationen: - [§ 195 BGB – Regelmäßige Verjährungsfrist](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__195.html) - [§ 199 BGB – Beginn der regelmäßigen Verjährungsfrist](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__199.html)

Kategorie: Recht Tags: Verjährung Notar Forderung

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