Rechtsstatus von Asylbewerbern vs. Deutschen: Welche Ansprüche gegenüber dem Staat (BRD) bestehen?
Antwort vomAsylbewerber und „indigene Deutsche“ (rechtlich: deutsche Staatsangehörige) haben in Deutschland **unterschiedliche Rechtsstellungen** und daraus folgend **unterschiedliche Ansprüche gegen den Staat**. Der Begriff „indigen“ ist im deutschen Recht **keine** eigene Statuskategorie. ## 1) Rechtsstatus ### Deutsche Staatsangehörige - **Vollmitgliedschaft** im Staatsverband (Art. 116 GG). - **Freizügigkeit** im Bundesgebiet (Art. 11 GG), **Berufsfreiheit** (Art. 12 GG), **Wahlrecht** (Art. 38 GG) u.a. - **Unbeschränktes Aufenthaltsrecht**: kein ausländerrechtlicher Aufenthaltstitel nötig, keine Abschiebung. ### Asylbewerber - Personen, die **Schutz beantragt** haben, deren Verfahren läuft. - Aufenthalt ist **ausländerrechtlich geregelt** (Aufenthaltsgestattung/Duldung je nach Lage), mit **Auflagen** (z.B. Wohnsitz/Unterbringung, teils eingeschränkte Bewegungsfreiheit, Mitwirkungspflichten). - Grundrechte gelten weitgehend auch für sie (z.B. Menschenwürde Art. 1 GG, allgemeine Handlungsfreiheit Art. 2 GG, Gleichheit Art. 3 GG), aber einige Rechte sind **Deutschen vorbehalten** (z.B. Art. 11, Art. 12 in der klassischen „Deutschen“-Ausprägung; praktisch gibt es für Ausländer eigene/abgeleitete Schutzstandards und einfachgesetzliche Regelungen). ## 2) Ansprüche an den Staat (Leistungen/Sozialstaat) ### Existenzminimum - **Beide** Gruppen haben einen Anspruch darauf, dass das **menschenwürdige Existenzminimum** gesichert wird (aus Art. 1 i.V.m. Art. 20 GG). - **Unterschied**: Die **Leistungssysteme** sind verschieden. ### Deutsche (und viele dauerhaft Aufenthaltsberechtigte) - Regelmäßig Leistungen nach **SGB II (Bürgergeld)** oder **SGB XII (Sozialhilfe)**, plus Zugang zu den allgemeinen Systemen (Krankenversicherung/Regelleistungen je nach Status, Wohnen etc.). ### Asylbewerber - In der Regel Leistungen nach dem **Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)**. - Typisch: **niedrigere/anders ausgestaltete** Leistungen als im SGB II/XII, teils **Sachleistungen** (Unterkunft/Verpflegung) statt Geld, besondere Regeln zur Gesundheitsversorgung (häufig zunächst „akute Erkrankungen/Schmerzbehandlung“ plus Einzelfälle; Details hängen von Bundesland/Modell ab). - Arbeitsmarktzugang und Integrationsleistungen sind **status- und zeitabhängig** (z.B. Wartezeiten, Erlaubnispflichten). ## 3) Gleichbehandlung und Grenzen - **Art. 3 GG** verbietet willkürliche Ungleichbehandlung. Der Staat darf aber **nach Status** differenzieren, wenn es dafür **sachliche Gründe** gibt (z.B. vorläufiger Aufenthalt, Steuerungs- und Migrationsrecht). - **Deutsche** haben zusätzlich „staatsbürgerliche“ Rechte (Wahlrecht, unbedingter Aufenthalt), die Asylbewerber nicht haben. - Umgekehrt sind **Kernrechte** (Menschenwürde, körperliche Unversehrtheit, Rechtsschutz) **nicht** vom Pass abhängig. ## 4) „Indigene Deutsche“ - Deutschland kennt **keinen** Rechtsstatus „indigene Deutsche“ mit besonderen Ansprüchen. - „Indigene Völker“ ist ein Begriff des Völkerrechts, der in Deutschland so **nicht** als Sonderstatus für „ethnische Deutsche“ im Inland ausgestaltet ist. ## 5) Kurzfazit - **Deutsche Staatsangehörige**: umfassende staatsbürgerliche Rechte + reguläre Sozialleistungssysteme. - **Asylbewerber**: vorläufiger, verfahrensabhängiger Aufenthaltsstatus + eigenes, meist restriktiveres Leistungssystem (AsylbLG), bei gleichzeitiger Bindung des Staates an die Sicherung des menschenwürdigen Existenzminimums. Links: - Grundgesetz (GG): https://www.gesetze-im-internet.de/gg/ - Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG): https://www.gesetze-im-internet.de/asylblg/ - Aufenthaltsgesetz (AufenthG): https://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg/ - SGB II: https://www.ges