Wieviel kann bei 2.500 Euro netto gepfändet werden, wenn ich 0,5 Kinderfreibetrag habe und 450 Euro Unterhalt zahle?

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**Bei 2.500 € netto und 450 € tatsächlichem Unterhalt ist eine Pfändung oft deutlich niedriger als viele denken: Entscheidend ist nicht der Kinderfreibetrag auf der Lohnsteuerkarte, sondern ob dein Kind bei der Pfändung als unterhaltsberechtigte Person berücksichtigt wird.** ## Was wirklich zählt Der Eintrag **„0,5 Kind“** auf der Lohnsteuerkarte ist für die **Lohnsteuer** relevant, aber **nicht automatisch** für die Berechnung einer Lohnpfändung. Für die Pfändung zählt: - dein **monatliches Nettoeinkommen** - wie viele Personen du **gesetzlich unterhältst** - ob diese Unterhaltspflicht **tatsächlich anerkannt** wird Wenn du für ein Kind **450 € Unterhalt zahlst**, spricht das grundsätzlich dafür, dass **1 unterhaltsberechtigte Person** berücksichtigt werden kann. ## Bei 2.500 € netto: grobe Richtung Nach der Pfändungstabelle ist bei **2.500 € netto** ungefähr: - **ohne** unterhaltsberechtigte Person: ein spürbarer Betrag pfändbar - **mit 1** unterhaltsberechtigter Person: deutlich weniger pfändbar Die genaue Summe hängt von der **aktuellen Pfändungstabelle** und vom **genau maßgeblichen Nettoeinkommen** ab. Als grobe Orientierung liegt der pfändbare Betrag bei **1 unterhaltsberechtigten Person** bei 2.500 € netto meist nur noch im **niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich**, nicht bei 450 € zusätzlich „oben drauf“. ## Wichtiger Punkt, den viele übersehen Wenn dein Arbeitgeber oder der Gläubiger das Kind **nicht** als unterhaltsberechtigte Person berücksichtigt, wird zunächst oft **zu viel gepfändet**. Dann musst du die Berücksichtigung der Unterhaltspflicht notfalls nachweisen, zum Beispiel durch: - Unterhaltstitel - Überweisungsnachweise - Jugendamtsurkunde - Vereinbarung über Kindesunterhalt ## Praktische Einschätzung Der Gläubiger kann **nicht einfach frei wählen**, wie viel er pfändet. Er ist an die gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen nach § 850c ZPO und die **aktuelle Pfändungstabelle** gebunden. Maßgeblich ist die offizielle [Pfändungsfreigrenzen-Bekanntmachung](https://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__850c.html). Wenn du **1 Kind tatsächlich unterhältst**, wird bei **2.500 € netto** voraussichtlich **nur ein begrenzter Teil** pfändbar sein. **Der Kinder-Steuerfreibetrag 0,5 ist dafür fast nebensächlich.** ## Der entscheidende Unterschied - **Steuerrecht:** 0,5 Kind auf der Lohnsteuerkarte - **Pfändungsrecht:** tatsächliche Unterhaltspflicht und tatsächliche Zahlung Das wird sehr oft verwechselt. **Kurz gesagt: Bei 2.500 € netto und 450 € laufendem Kindesunterhalt dürfte der pfändbare Betrag nur nach der Tabelle für 1 unterhaltsberechtigte Person berechnet werden – nicht nach dem bloßen Steuermerkmal „0,5 Kind“.**

Kategorie: Recht Tags: Pfaendung Unterhalt Netto