Ja – aber nicht so, wie viele denken: Ein am PC geschriebenes Testament ist als privates Testament grundsätzlich unwirksam. Wirksam ist ein privates Testament nur, wenn du es komplett hands...
Kann ein Notar in der Schweiz nicht handschriftliche Testamente, Vorsorgeaufträge und Patientenverfügungen beglaubigen oder erstellen?
Antwort vom**Teilweise ja – aber nicht durch eine blosse Beglaubigung. In der Schweiz kann ein Notar nicht einfach ein maschinengeschriebenes Testament oder einen maschinengeschriebenen Vorsorgeauftrag „gültig machen“; dafür braucht es die gesetzlich richtige Form, meist die öffentliche Beurkundung.** ([notariate-zh.ch](https://www.notariate-zh.ch/deu/notariat/erbrecht/testament/formvorschriften/)) ## Der entscheidende Unterschied Eine **Beglaubigung** bestätigt typischerweise nur, dass eine Unterschrift echt ist oder eine Kopie mit dem Original übereinstimmt. Sie ersetzt **nicht** die gesetzlich vorgeschriebene Form eines Rechtsdokuments. Notariate unterscheiden diese Tätigkeiten ausdrücklich von der **Errichtung** bzw. **öffentlichen Beurkundung** von Testamenten und Vorsorgeaufträgen. ([notariate-zh.ch](https://www.notariate-zh.ch/deu/notariat)) ## Für die drei Dokumente gilt in der Schweiz **Testament:** Ein privates Testament ist nur gültig, wenn es von Anfang bis Ende **handschriftlich**, datiert und unterschrieben ist. Wenn es nicht handschriftlich sein soll, kommt stattdessen das **öffentliche Testament** infrage: Das wird durch eine Urkundsperson errichtet, in der Regel mit zwei Zeugen. Eine blosse notarielle Beglaubigung eines getippten Testaments genügt dafür nicht. ([notariate-zh.ch](https://www.notariate-zh.ch/deu/notariat/erbrecht/testament/formvorschriften/)) **Vorsorgeauftrag:** Auch hier gilt: entweder **vollständig handschriftlich** verfassen, datieren und unterschreiben **oder** **öffentlich beurkunden** lassen. Ein diktierter oder nur getippter Vorsorgeauftrag ohne öffentliche Beurkundung ist ungültig. ([notariate-zh.ch](https://www.notariate-zh.ch/de/notariat/vorsorgeauftrag)) **Patientenverfügung:** Hier ist die Form deutlich einfacher. Sie muss grundsätzlich **schriftlich** vorliegen und unterschrieben sein; eine handschriftliche Abfassung oder notarielle Beglaubigung ist nach den Materialien des Bundes gerade **nicht nötig**. Das heisst: Eine Patientenverfügung darf in der Praxis problemlos maschinengeschrieben sein, solange die formellen Anforderungen eingehalten sind. ([bj.admin.ch](https://www.bj.admin.ch/dam/bj/fr/data/gesellschaft/gesetzgebung/archiv/vormundschaft/patientenverfuegung.pdf.download.pdf/patientenverfuegung.pdf)) ## Praktische Folge Wenn du ein **nicht handschriftliches Testament** oder einen **nicht handschriftlichen Vorsorgeauftrag** willst, ist der richtige Weg **nicht** „Beglaubigung“, sondern **öffentliche Beurkundung beim Notar**. Bei der **Patientenverfügung** brauchst du in der Regel gar keinen Notar; wichtig ist vor allem, dass der Inhalt klar ist, das Dokument unterschrieben ist und im Ernstfall auffindbar ist. ([notariate-zh.ch](https://www.notariate-zh.ch/de/notariat/vorsorgeauftrag)) ## Kurzfassung - **Testament:** getippt **nur** als **öffentliches Testament**, nicht per blosser Beglaubigung. ([notariate-zh.ch](https://www.notariate-zh.ch/deu/notariat/erbrecht/testament/formvorschriften/)) - **Vorsorgeauftrag:** getippt **nur** mit **öffentlicher Beurkundung**, nicht per blosser Beglaubigung. ([notariate-zh.ch](https://www.notariate-zh.ch/de/notariat/vorsorgeauftrag)) - **Patientenverfügung:** darf grundsätzlich **nicht handschriftlich** sein; Beglaubigung ist normalerweise **nicht erforderlich**. ([bj.admin.ch](https://www.bj.admin.ch/dam/bj/fr/data/gesellschaft/gesetzgebung/archiv/vormundschaft/patientenverfuegung.pdf.download.pdf/patientenverfuegung.pdf))