Welches Menschenbild liegt der Heuristik zugrunde?

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Das Menschenbild der Heuristik geht davon aus, dass Menschen bei Entscheidungen und Problemlösungen oft nicht streng rational oder nach dem Prinzip des „homo oeconomicus“ handeln. Stattdessen nutzen sie vereinfachte Entscheidungsregeln – sogenannte Heuristiken –, um in komplexen oder unsicheren Situationen schnell und mit begrenzten Informationen zu einem Ergebnis zu kommen. Dieses Menschenbild sieht den Menschen als begrenzt rational („bounded rationality“), wie es etwa Herbert A. Simon beschrieben hat. Menschen verfügen demnach über eingeschränkte kognitive Ressourcen, begrenzte Zeit und unvollständige Informationen. Sie streben nicht immer nach der optimalen, sondern oft nach einer „ausreichend guten“ Lösung (Satisficing). Heuristiken sind dabei keine „Fehler“, sondern effiziente Werkzeuge, die in vielen Alltagssituationen zu guten Ergebnissen führen. Allerdings können sie auch zu systematischen Verzerrungen (Biases) führen. Zusammengefasst: Das Menschenbild der Heuristik beschreibt den Menschen als pragmatisch, begrenzt rational und anpassungsfähig, der mit einfachen Regeln versucht, in einer komplexen Welt handlungsfähig zu bleiben.

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