Was ist die Konfliktanalyse nach Friedrich Glasl?

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**Mit „Konfliktanalyse laut Höher“ ist sehr wahrscheinlich kein verbreitetes Standardmodell gemeint; der Name ist in der Fachliteratur kaum als eigenes Konfliktanalyse-Modell belegt. Häufig ist stattdessen die Konfliktanalyse nach Friedrich Glasl gemeint, also die Einordnung eines Konflikts nach seinem Eskalationsgrad.** ([win.fgw-ev.de](https://win.fgw-ev.de/media/merkblatt_konfliktanalyse.pdf)) ## Was damit meist gemeint ist Bei der Konfliktanalyse wird ein Konflikt nicht nur oberflächlich beschrieben, sondern systematisch zerlegt: Wer ist beteiligt, worum geht es offiziell, was steckt eigentlich dahinter, wie weit ist der Konflikt eskaliert und welche Lösung ist überhaupt noch realistisch ([verlagoesterreich.at](https://www.verlagoesterreich.at/gedanken-zur-konfliktanalyse-in-der-mediation/99.105005-pm200401002601)) Der praktische Nutzen ist entscheidend: Erst wenn du erkennst, **ob es um ein Sachproblem, ein Beziehungsproblem oder bereits um Macht, Gesichtsverlust und Lagerbildung geht**, kannst du sinnvoll reagieren. Sonst setzt du am falschen Punkt an. ([verlagoesterreich.at](https://www.verlagoesterreich.at/gedanken-zur-konfliktanalyse-in-der-mediation/99.105005-pm200401002601)) ## Falls du „Glasl“ meintest Das bekannte Modell von Friedrich Glasl teilt Konflikte in **9 Eskalationsstufen** ein, von anfänglicher Verhärtung bis zur gegenseitigen Zerstörung. Der wichtige Unterschied ist: **Je höher die Eskalationsstufe, desto weniger reicht ein normales Gespräch aus.** Ab einem gewissen Punkt braucht es Moderation, Mediation oder klare externe Intervention. ([win.fgw-ev.de](https://win.fgw-ev.de/media/merkblatt_konfliktanalyse.pdf)) Einfach gesagt: - **Stufe 1–3:** Die Parteien können oft noch selbst eine Lösung finden. - **Stufe 4–6:** Das Vertrauen kippt, Lager entstehen, Gesichtsverlust und Drohungen nehmen zu. - **Stufe 7–9:** Es geht nicht mehr um Lösung, sondern um Schädigung des Gegners. ([win.fgw-ev.de](https://win.fgw-ev.de/media/merkblatt_konfliktanalyse.pdf)) ## Woraus eine gute Konfliktanalyse besteht Eine brauchbare Konfliktanalyse schaut mindestens auf diese Punkte: - **Beteiligte:** Wer ist direkt und indirekt betroffen - **Positionen:** Was sagen die Parteien, dass sie wollen - **Interessen:** Was brauchen sie tatsächlich - **Auslöser:** Wodurch ist der Konflikt sichtbar geworden - **Ursachen:** Welche tieferen Muster stecken dahinter, z. B. Kommunikation, Rollen, Macht oder fehlende Anerkennung - **Eskalation:** Wie weit ist der Konflikt bereits fortgeschritten - **Lösungsweg:** Reicht Klärung, oder braucht es eine dritte Person ([verlagoesterreich.at](https://www.verlagoesterreich.at/gedanken-zur-konfliktanalyse-in-der-mediation/99.105005-pm200401002601)) ## Der häufigste Denkfehler Viele analysieren nur den **Anlass** des Streits, nicht die **eigentliche Konfliktlogik**. Beispiel: Ein Streit über einen Dienstplan wirkt wie ein Sachkonflikt, ist in Wahrheit aber oft ein Macht- oder Anerkennungskonflikt. Dann löst ein neuer Plan das Problem nur kurzfristig. Wenn du mit „Höher“ eine bestimmte Autorin, ein Skript oder ein Unterrichtsmodell meinst, ist der Begriff ohne genauere Quelle nicht eindeutig belegt. Fachlich am wahrscheinlichsten ist, dass **„Glasl“ gemeint war, nicht „Höher“**. ([win.fgw-ev.de](https://win.fgw-ev.de/media/merkblatt_konfliktanalyse.pdf))

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