Das exzessive Bereitstellen von Futter für freilebende Tiere im urbanen Raum kann ein Hinweis auf zwanghaftes Verhalten sein, muss es aber nicht zwangsläufig. In der Psychologie spricht man in solchen Fällen manchmal von einem sogenannten "Animal Hoarding" oder von zwanghaftem Füttern, wenn das Verhalten über das übliche Maß hinausgeht, regelmäßig und unkontrolliert stattfindet und negative Folgen für die Tiere, die Umwelt oder die Person selbst hat. Typische Merkmale eines zwanghaften Verhaltens sind: - Das Verhalten wird trotz negativer Konsequenzen fortgesetzt. - Es besteht ein starker innerer Drang, das Verhalten auszuführen. - Die Kontrolle über das Verhalten ist eingeschränkt. - Das Verhalten nimmt einen übermäßigen Teil des Alltags ein. Wenn das Füttern von Tieren im Übermaß geschieht, etwa täglich große Mengen Futter ausgelegt werden, sich Beschwerden von Nachbarn häufen oder die Person selbst darunter leidet, kann dies auf ein zwanghaftes Muster hindeuten. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, professionelle Hilfe (z. B. psychologische Beratung) in Anspruch zu nehmen. Es ist jedoch wichtig, zwischen gut gemeinter Tierliebe und einem möglichen Zwang zu unterscheiden. Nicht jede Person, die Tiere füttert, zeigt zwanghaftes Verhalten. Die Bewertung hängt vom Ausmaß, der Regelmäßigkeit und den Auswirkungen des Verhaltens ab.