Heißt es erlernte Hilflosigkeit, wenn Kinder bestimmte Dinge nicht können, weil Eltern ihnen alles abnehmen?

Antwort

Nein, das Ergebnis, wenn Eltern ihren Kindern alles abnehmen und ihnen dadurch die Möglichkeit nehmen, bestimmte Dinge selbst zu lernen, nennt man nicht direkt „erlernte Hilflosigkeit“. In diesem Fall spricht man eher von „Überbehütung“ oder „Helikopter-Eltern“. Die Kinder entwickeln dadurch oft mangelnde Selbstständigkeit oder Unsicherheit, weil sie wenig Gelegenheit haben, eigene Erfahrungen zu machen und Probleme selbst zu lösen. „Erlernte Hilflosigkeit“ bezeichnet ein psychologisches Phänomen, bei dem Menschen nach wiederholten Erfahrungen von Kontrollverlust oder Misserfolg das Gefühl entwickeln, Situationen nicht mehr beeinflussen zu können – selbst wenn sie es könnten. Das tritt typischerweise auf, wenn jemand wiederholt erlebt, dass seine Handlungen keine Wirkung zeigen. Zusammengefasst: Überbehütung kann dazu führen, dass Kinder unselbstständig werden, aber „erlernte Hilflosigkeit“ ist ein spezifischer psychologischer Zustand, der durch wiederholte Misserfolge oder Kontrollverlust entsteht.

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