Was ist Behaviorismus und welche Lerntheorien wie klassische und operante Konditionierung sowie Modelllernen gehören dazu?

Antwort

Der Behaviorismus ist eine psychologische Lerntheorie, die davon ausgeht, dass alles Verhalten erlernt ist und durch Reize aus der Umwelt beeinflusst wird. Im Mittelpunkt steht dabei das beobachtbare Verhalten, nicht innere Vorgänge wie Gedanken oder Gefühle. Lernen wird als Veränderung des Verhaltens durch Erfahrung verstanden. Wichtige Konzepte im Behaviorismus sind: **1. Klassische Konditionierung:** Hierbei wird ein ursprünglich neutraler Reiz (z. B. ein Ton) mit einem bedeutungsvollen Reiz (z. B. Futter) gekoppelt, sodass der neutrale Reiz nach mehrmaliger Kopplung allein eine Reaktion (z. B. Speichelfluss bei Hunden, wie bei Pawlow) auslöst. **2. Operante Konditionierung:** Hier steht die Verstärkung oder Bestrafung von Verhalten im Vordergrund. Verhalten, das belohnt wird, tritt häufiger auf (positive Verstärkung), während Verhalten, das bestraft wird, seltener gezeigt wird (Skinner-Box). **3. Modelllernen (Lernen am Modell):** Auch als "sozial-kognitive Theorie" (Bandura) bekannt. Hier lernen Menschen durch Beobachtung und Nachahmung anderer (Modelle), ohne dass sie selbst direkt verstärkt oder bestraft werden müssen. Zusammengefasst: Behaviorismus ist die wissenschaftliche Untersuchung des beobachtbaren Verhaltens und seiner Beeinflussung durch Umweltreize. Die wichtigsten Lernformen im Behaviorismus sind klassische Konditionierung, operante Konditionierung und das Modelllernen.

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