Ego ist nicht nur schlecht; problematisch wird es erst, wenn es vom gesunden Selbstwert in Selbstüberschätzung, Kränkbarkeit oder Rücksichtslosigkeit kippt. Der entscheidende Unter...
Ist es normal, andere schlechtzumachen, um sich selbst besser zu fühlen?
Antwort vom**Ja – das kommt häufig vor, aber normal im Sinn von „gesund“ oder „okay“ ist es nicht. Menschen machen andere oft schlecht, um eigenes Minderwertigkeitsgefühl, Neid, Unsicherheit oder Konkurrenzdruck kurzfristig zu entlasten; für Beziehungen ist das fast immer ein Warnsignal.** ## Warum Menschen das tun Wer sich innerlich klein fühlt, versucht manchmal, den eigenen Wert nicht durch echte Stärke zu erhöhen, sondern indem er andere abwertet. Das funktioniert psychologisch kurzfristig: Wenn „die anderen schlechter“ wirken, fühlt man sich selbst für einen Moment überlegen, sicherer oder weniger bedroht. Typische Auslöser sind: - Unsicherheit oder geringes Selbstwertgefühl - Neid - Konkurrenzdenken - Gruppendruck - Angst, selbst kritisiert oder ausgeschlossen zu werden ## Der wichtige Unterschied Entscheidend ist der Unterschied zwischen **ehrlicher Kritik** und **Abwertung**. Ehrliche Kritik bezieht sich auf ein konkretes Verhalten und will etwas klären oder verbessern. Abwertung zielt auf die Person, soll sie kleiner machen und dem Sprecher emotional einen Vorteil verschaffen. Beispiel: - Kritik: „Das war unzuverlässig, weil du den Termin nicht eingehalten hast.“ - Abwertung: „Du bist einfach unfähig.“ ## Was das praktisch bedeutet Wenn jemand andere ständig schlechtmacht, sagt das oft mehr über dessen innere Lage aus als über die betroffene Person. Ein einmaliger abfälliger Kommentar kann aus Stress entstehen. Wer aber regelmäßig lästert, demütigt, stichelt oder andere kleinredet, zeigt meist ein stabiles Muster – und mit solchen Menschen werden Beziehungen auf Dauer anstrengend, unsicher oder toxisch. ## Klare Einordnung Also: **Häufig ja, gesund nein.** Reife Menschen stabilisieren ihr Selbstwertgefühl nicht dadurch, dass sie andere herunterziehen, sondern dadurch, dass sie sich ehrlich mit den eigenen Schwächen auseinandersetzen.
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