Müssen Privatversicherte Bürgergeld-Empfänger mitfinanzieren?

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**Ja – aber nicht so, wie oft behauptet wird: Privat Krankenversicherte finanzieren hilfebedürftige PKV-Versicherte tatsächlich mit, Bürgergeld-Empfänger in der gesetzlichen Kasse dagegen vor allem über Steuermittel und zusätzlich indirekt über die GKV-Beitragszahler.** ([pkv.de](https://www.pkv.de/verband/presse/meldungen/versicherungsfremde-leistungen-wer-zahlt-eigentlich-die-beitraege-fuer-privatversicherte-buergergeld-empfaenger/)) ## Was privat Versicherte konkret mitbezahlen Wenn ein privat Krankenversicherter Bürgergeld bezieht, landet er meist im Basistarif. Bei nachgewiesener Hilfebedürftigkeit wird sein Beitrag auf höchstens die Hälfte des Höchstbeitrags abgesenkt. Diese Entlastung tragen nach Angaben des PKV-Verbands die übrigen Privatversicherten innerhalb des Systems mit. Nur wenn auch der verbleibende Rest nicht tragbar ist, übernimmt die Sozialbehörde einen Teil oder im Einzelfall den Rest. ([pkv.de](https://www.pkv.de/verband/presse/meldungen/versicherungsfremde-leistungen-wer-zahlt-eigentlich-die-beitraege-fuer-privatversicherte-buergergeld-empfaenger/)) Die kurze Antwort lautet also: **Ja, privat Krankenversicherte zahlen für hilfebedürftige Privatversicherte mit.** Das ist ein interner Solidarausgleich der PKV, nicht die Finanzierung aller Bürgergeld-Empfänger in Deutschland. ([pkv.de](https://www.pkv.de/verband/presse/meldungen/versicherungsfremde-leistungen-wer-zahlt-eigentlich-die-beitraege-fuer-privatversicherte-buergergeld-empfaenger/)) ## Was für Bürgergeld-Empfänger in der GKV gilt Bei Bürgergeld-Empfängern in der gesetzlichen Krankenversicherung kommen die Beiträge von Jobcentern, Bundesagentur für Arbeit und dem Bund, also aus Steuermitteln. Das Problem: Diese Zahlungen gelten seit Jahren als nicht kostendeckend. Die Differenz bleibt im GKV-System hängen und wird damit faktisch auch von den übrigen GKV-Mitgliedern mitgetragen. ([bundesgesundheitsministerium.de](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/beitraege.html)) Das ist der entscheidende Unterschied: **In der GKV ist es vor allem ein Steuer- plus Beitragszahler-Thema, in der PKV vor allem ein PKV-interner Ausgleich plus gegebenenfalls Sozialhilfe.** ([pkv.de](https://www.pkv.de/verband/presse/meldungen/versicherungsfremde-leistungen-wer-zahlt-eigentlich-die-beitraege-fuer-privatversicherte-buergergeld-empfaenger/)) ## Der häufige Denkfehler Falsch wäre die Aussage: „Privatversicherte bezahlen die Bürgergeld-Empfänger insgesamt mit.“ Dafür gibt es keine pauschale gemeinsame Umlage zwischen PKV und GKV. Richtig ist: Privatversicherte zahlen als Steuerzahler natürlich wie alle anderen Bürger den Staat mitfinanzieren und damit auch staatliche Zuschüsse. **Zusätzlich** zahlen sie innerhalb der PKV für hilfebedürftige PKV-Versicherte mit. Sie finanzieren aber nicht direkt die Bürgergeld-Bezieher in der GKV über PKV-Beiträge. ([pkv.de](https://www.pkv.de/verband/presse/meldungen/versicherungsfremde-leistungen-wer-zahlt-eigentlich-die-beitraege-fuer-privatversicherte-buergergeld-empfaenger/)) ## Praktische Einordnung Für dich heißt das: Wenn du privat versichert bist, trägst du Bürgergeld-Kosten auf zwei Wegen mit – 1. **als Steuerzahler** wie fast jeder, 2. **als PKV-Versicherter** nur für den kleinen Teil der Bürgergeld-Empfänger, die in der PKV bleiben. ([pkv.de](https://www.pkv.de/verband/presse/meldungen/versicherungsfremde-leistungen-wer-zahlt-eigentlich-die-beitraege-fuer-privatversicherte-buergergeld-empfaenger/)) Der politisch größere Finanzstreit betrifft derzeit nicht die PKV, sondern die Frage, ob der Staat die Gesundheitskosten von Bürgergeld-Empfängern in der **GKV** vollständig aus Steuern erstatten sollte. ([gkv-spitzenverband.de](https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/kv_grundprinzipien/finanzierung/finanzierung.jsp))

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