Von einem pauschalen „Asylproblem“ zu sprechen, ist zu grob: Die Schweiz hat kein einzelnes Problem, sondern drei konkrete Baustellen zugleich – Unterbringung, Verfahrenssteuerung un...
Wie viel Prozent der 5,5 Millionen Bürgergeld-Empfänger haben einen Migrationshintergrund?
Antwort vom**Rund 62 bis 63 Prozent – aber nur, wenn du von den *erwerbsfähigen* Bürgergeld-Beziehenden sprichst, nicht pauschal von allen 5,5 Millionen.** ([correctiv.org](https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2023/09/15/buergergeld-empfaenger-wer-faellt-unter-62-prozent-mit-migrationshintergrund/)) ## Der entscheidende Punkt Die oft genannte Zahl bezieht sich auf **erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Bürgergeld**. Dafür nennt die Bundesagentur für Arbeit bzw. darauf bezogene Auswertungen einen Anteil von etwa **62,1 bis 63,1 Prozent mit Migrationshintergrund**. ([correctiv.org](https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2023/09/15/buergergeld-empfaenger-wer-faellt-unter-62-prozent-mit-migrationshintergrund/)) Wenn du dagegen die Zahl **5,5 Millionen Bürgergeld-Empfänger** meinst, ist die Frage so **nicht sauber beantwortbar**, weil diese Gesamtzahl auch **nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte**, also zum Beispiel viele Kinder, umfasst. Für diese Gesamtgruppe wird der Migrationshintergrund nicht in genau derselben Weise als Standardzahl veröffentlicht wie für die erwerbsfähigen Beziehenden. ([destatis.de](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Mindestsicherung/aktuell-mindestsicherung.html)) ## Warum die Zahl oft missverstanden wird Ein häufiger Fehler ist, **„Ausländer“ mit „Menschen mit Migrationshintergrund“ gleichzusetzen**. Das ist falsch. „Migrationshintergrund“ umfasst auch: - **eingebürgerte Deutsche** - **in Deutschland geborene Kinder mit zugewanderten Eltern** - teils auch Personen, bei denen **nur ein Elternteil** die entsprechende Voraussetzung erfüllt. ([destatis.de](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/Tabellen/_tabellen-innen-migrationshintergrund.html)) Dadurch ist der Anteil **mit Migrationshintergrund** immer deutlich höher als der Anteil **ohne deutsche Staatsangehörigkeit**. Genau deshalb wirken viele Debatten zu dem Thema statistisch präziser, als sie tatsächlich sind. ([correctiv.org](https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2023/09/15/buergergeld-empfaenger-wer-faellt-unter-62-prozent-mit-migrationshintergrund/)) ## Praktisch heißt das Die kurze, belastbare Antwort lautet: **Von den gesamten 5,5 Millionen Bürgergeld-Empfängern lässt sich keine seriöse offizielle Prozentzahl „mit Migrationshintergrund“ als einfache Standardzahl angeben; für die erwerbsfähigen Beziehenden liegt der Anteil aber bei ungefähr 62 bis 63 Prozent.** ([correctiv.org](https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2023/09/15/buergergeld-empfaenger-wer-faellt-unter-62-prozent-mit-migrationshintergrund/))
Verwandte Fragen
Wie verläuft die Balkanroute?
Mit „Balkanroute“ ist keine einzige feste Strecke gemeint, sondern ein Bündel von Migrationswegen von der Türkei über Südosteuropa Richtung Mitteleuropa; typisch verl&a...
Wann brachte Friedrich Merz einen Migrationsantrag der Union mit AfD-Stimmen durch den Bundestag?
Das war am 29. Januar 2025. An diesem Tag wurde ein Unionsantrag zur Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag mit Stimmen der AfD angenommen; danach kam es zu massiven Protesten und einem...
Müssen Privatversicherte Bürgergeld-Empfänger mitfinanzieren?
Ja – aber nicht so, wie oft behauptet wird: Privat Krankenversicherte finanzieren hilfebedürftige PKV-Versicherte tatsächlich mit, Bürgergeld-Empfänger in der gesetzlichen Ka...