Was ist der Kulturbegriff im Neukantianismus?

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Im Neukantianismus, insbesondere in der Marburger Schule, wird der Kulturbegriff als zentraler Bestandteil der Philosophie betrachtet. Der Neukantianismus, der im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert aufkam, versuchte, die Philosophie Immanuel Kants weiterzuentwickeln und auf neue wissenschaftliche und kulturelle Herausforderungen anzuwenden. Für Vertreter wie Hermann Cohen und Paul Natorp ist Kultur ein Ausdruck der menschlichen Geistestätigkeit und Kreativität. Sie sehen Kultur als das Ergebnis der menschlichen Fähigkeit, die Welt durch Wissenschaft, Kunst, Ethik und Religion zu gestalten und zu interpretieren. Kultur ist somit nicht nur ein Produkt der menschlichen Praxis, sondern auch ein Prozess der fortwährenden Selbstverwirklichung und Selbsttranszendenz des Menschen. Im Zentrum steht die Idee, dass Kultur die Sphäre ist, in der sich der menschliche Geist in seiner Freiheit und Kreativität manifestiert. Diese Sichtweise betont die normative Dimension der Kultur, indem sie die Bedeutung von Werten, Normen und Idealen hervorhebt, die das menschliche Handeln leiten und formen. Zusammengefasst ist der Kulturbegriff im Neukantianismus eng mit der Idee der menschlichen Selbstgestaltung und der Schaffung von Bedeutung durch geistige Aktivitäten verbunden.

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