Wer stellt in Platons Politeia die drei Arten von Gütern vor?

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**Die drei Güterarten führt in Platons *Politeia* Glaukon ein, im 2. Buch des Dialogs.** Sokrates stimmt der Einteilung zu, aber der Anstoß kommt von Glaukon: Er unterscheidet Güter, die man **nur um ihrer selbst willen**, **um ihrer selbst und ihrer Folgen willen** oder **nur wegen ihrer Folgen** schätzt. ([projekt-gutenberg.org](https://www.projekt-gutenberg.org/platon/staat/staat001.html)) Entscheidend ist der Zweck dieser Einteilung: Glaukon will Sokrates festnageln, **welcher Art die Gerechtigkeit angehört**. Sokrates ordnet sie der **zweiten Art** zu, also den Gütern, die **an sich gut sind und zusätzlich gute Folgen haben**; die meisten Menschen, sagt Glaukon, behandeln Gerechtigkeit dagegen wie ein bloß nützliches Mittel. ([projekt-gutenberg.org](https://www.projekt-gutenberg.org/platon/staat/staat001.html)) Der wichtige Unterschied ist also: **Nicht Platon als Erzähler und nicht zuerst Sokrates**, sondern **die Dialogfigur Glaukon** stellt diese Dreiteilung vor. Genau damit verschiebt sich die Debatte von „Was ist Gerechtigkeit?“ zu „Warum soll man gerecht sein, selbst wenn es sich äußerlich nicht lohnt?“. ([sparknotes.com](https://www.sparknotes.com/philosophy/republic/full-text/book-ii/))

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