Was ist Legionellenprophylaxe?

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**Legionellenprophylaxe heißt vor allem: Warmwasser nicht lauwarm betreiben, Stagnation vermeiden und größere Anlagen regelmäßig prüfen lassen – genau dort entstehen die meisten vermeidbaren Risiken.** ([rki.de](https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/L/Legionellose/OEGD/Hygiene-Trinkwasserinstallationen.html)) ## Was praktisch wirklich hilft Legionellen vermehren sich besonders gut bei etwa 25 bis 45 °C. Kritisch sind deshalb Warmwasseranlagen, die dauerhaft in diesem Bereich laufen, selten genutzte Leitungen und schlecht durchströmte Installationen. ([dvgw.de](https://www.dvgw.de/themen/wasser/wasserqualitaet/legionellen/)) Die wichtigste technische Maßnahme ist eine ausreichend hohe Warmwassertemperatur. Für Trinkwasserspeicher werden in Deutschland zur Vermeidung von Legionellen typischerweise mindestens 60 °C genannt; genau diese Temperatur ist der praktische Unterschied zwischen „energiesparend abgesenkt“ und hygienisch sicher betrieben. ([verbraucherzentrale.de](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/heizen-und-warmwasser/wie-erzeuge-ich-warmwasser-wenn-ich-mit-einer-waermepumpe-heize-114880)) ## Die häufigsten Fehler Ein verbreiteter Irrtum ist, dass nur altes oder „schlechtes“ Wasser das Problem sei. Entscheidend ist nicht das Wasserwerk, sondern die Hausinstallation: Biofilm, Kalk, Sedimente, Totleitungen und selten genutzte Zapfstellen schaffen ideale Bedingungen für Legionellen. ([rki.de](https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Legionellose.html)) Der zweite typische Fehler ist übertriebenes Energiesparen am falschen Punkt. Wer Warmwasser dauerhaft zu stark absenkt, spart etwas Energie, erhöht aber das hygienische Risiko deutlich. Gerade bei Speichern und größeren Anlagen ist das keine sinnvolle Sparmaßnahme. ([umweltbundesamt.de](https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/419/dokumente/warmwasserbereitung_energiesparen_stellungnahme_uba.pdf)) ## Was das für Haus, Wohnung und Vermietung bedeutet In Ein- und Zweifamilienhäusern geht es meist vor allem um den richtigen Betrieb: Speicher nicht zu niedrig einstellen, wenig genutzte Entnahmestellen regelmäßig spülen und unnötige Totleitungen vermeiden. Das Risiko ist dort oft kleiner als in großen zentralen Anlagen, aber lauwarme Speicher bleiben auch hier der Kernfehler. Diese Einordnung wird in vielen Standardantworten zu pauschal behandelt. ([umweltbundesamt.de](https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/419/dokumente/warmwasserbereitung_energiesparen_stellungnahme_uba.pdf)) In größeren zentralen Warmwasseranlagen gelten zusätzlich rechtliche Pflichten. Untersuchungs­pflichtig sind Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, etwa mit mehr als 400 Litern Speichervolumen oder mehr als 3 Litern Leitungsinhalt zwischen Erwärmer und Entnahmestelle. Bei gewerblich betriebenen Anlagen wie vermieteten Wohngebäuden gilt in der Regel ein Untersuchungsintervall von 3 Jahren, bei öffentlicher Nutzung meist jährlich. ([rki.de](https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/L/Legionellose/OEGD/Hygiene-Trinkwasserinstallationen.html)) Wird der technische Maßnahmenwert von 100 KBE pro 100 ml erreicht, muss der Betreiber unverzüglich handeln, also prüfen lassen, die Ursache eingrenzen und Schutzmaßnahmen umsetzen. ([rki.de](https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/L/Legionellose/OEGD/Hygiene-Trinkwasserinstallationen.html)) ## Kurz gesagt Legionellenprophylaxe ist kein Spezialtrick, sondern saubere Betriebsführung: **heiß genug, regelmäßig genutzt, keine Stagnation, keine Totleitungen, große Anlagen kontrollieren.** Wer stattdessen nur „ein bisschen kühler“ fährt, schafft oft genau den Temperaturbereich, in dem sich Legionellen am besten vermehren. ([dvgw.de](https://www.dvgw.de/themen/wasser/wasserqualitaet/legionellen/))