Welche Notfallmaßnahmen werden bei Opioidintoxikationen durchgeführt?

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**Bei einer Opioidintoxikation zählt vor allem eins: die Atemdepression sofort behandeln, weil daran Betroffene sterben – nicht primär an der Bewusstlosigkeit. Standardmaßnahmen sind Atemwege sichern, Sauerstoff/Beatmung, Naloxon geben und danach eng überwachen.** ([ncbi.nlm.nih.gov](https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK487465/)) ## Akute Notfallmaßnahmen Zuerst werden Bewusstsein, Atmung und Kreislauf geprüft. Wenn die Atmung zu flach ist oder aussetzt, werden die Atemwege freigemacht, bei Bedarf abgesaugt und Sauerstoff gegeben; reicht das nicht, folgt die assistierte Beatmung mit Beutel-Maske. ([thieme.de](https://www.thieme.de/de/opiatintoxikation-119193.htm)) Parallel wird der Rettungsdienst alarmiert bzw. die notfallmedizinische Versorgung eingeleitet. Bei schwerer Atemdepression oder Atemstillstand ist das keine Beobachtungssituation, sondern ein vitaler Notfall. ([ncbi.nlm.nih.gov](https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK487465/)) ## Antidot: Naloxon Naloxon ist das spezifische Gegenmittel. Es wird bei vermuteter opioidbedingter Atemdepression gegeben und hebt die Opioidwirkung an den Rezeptoren auf. Entscheidend ist die titrierte Gabe: genug, damit die Atmung wieder einsetzt, aber nicht unnötig hoch, weil sonst ein akutes Entzugssyndrom ausgelöst werden kann. ([pmc.ncbi.nlm.nih.gov](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10096213/)) Naloxon kann intravenös, intramuskulär oder nasal verabreicht werden. Nachdosierungen sind häufig nötig, besonders bei lang wirksamen oder sehr potenten Opioiden wie Methadon, Fentanyl oder Buprenorphin. ([bfarm.de](https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Ausschuesse-und-Gremien/Verschreibungspflicht/Protokolle/90Sitzung/protokoll_90.html?nn=471334)) ## Danach nicht „Entwarnung“ Das typische Missverständnis ist: Patient wacht nach Naloxon auf, also ist alles vorbei. Das stimmt nicht. Naloxon wirkt oft kürzer als das auslösende Opioid; deshalb kann die Atemdepression erneut auftreten. Genau deshalb braucht der Patient Überwachung von Atmung, Sauerstoffsättigung, Puls und Bewusstseinslage über Stunden. ([ncbi.nlm.nih.gov](https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/n/statpearls/article-25518)) ## Praktisch wichtig Die klassische Trias ist **Miosis, Bewusstseinsminderung und Atemdepression**. Für die Akuttherapie ist aber die Atmung der entscheidende Befund. Eine enge Pupille allein ist nicht das Problem – die zu langsame oder aussetzende Atmung ist es. ([pmc.ncbi.nlm.nih.gov](https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10096213/)) Kurz zusammengefasst: **Atemwege sichern, Sauerstoff/Beatmung, Naloxon, Überwachung und bei Bedarf wiederholte Naloxongabe.** ([cdn.who.int](https://cdn.who.int/media/docs/default-source/substance-use/opioid-overdose.pdf))

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