In jüngerer Zeit wird die Muskulatur zunehmend als "Datenautobahn" betrachtet, weil neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass Muskeln nicht nur für Bewegung und Kraft verantwortlich sind, sondern auch eine wichtige Rolle in der Kommunikation innerhalb des Körpers spielen. Hier sind einige Gründe dafür: 1. **Myokine**: Muskeln produzieren und sekretieren eine Vielzahl von Botenstoffen, sogenannte Myokine, die in den Blutkreislauf gelangen und verschiedene Organe und Gewebe beeinflussen. Diese Myokine können entzündungshemmende oder entzündungsfördernde Wirkungen haben und sind an der Regulation von Stoffwechselprozessen beteiligt. 2. **Interaktion mit dem Nervensystem**: Muskeln kommunizieren eng mit dem Nervensystem. Bei körperlicher Aktivität senden Muskeln Signale an das Gehirn, die zur Freisetzung von Neurotransmittern und Hormonen führen, die das Wohlbefinden und die kognitive Funktion verbessern können. 3. **Metabolische Signale**: Muskelaktivität beeinflusst den gesamten Stoffwechsel des Körpers. Durch die Freisetzung von Glukose und Fettsäuren während des Trainings senden Muskeln Signale, die den Energiehaushalt und die Insulinsensitivität regulieren. 4. **Genexpression**: Körperliche Aktivität kann die Genexpression in Muskelzellen verändern, was zu langfristigen Anpassungen führt, die die Gesundheit und Leistungsfähigkeit verbessern. Diese Erkenntnisse haben dazu geführt, dass die Muskulatur nicht mehr nur als mechanisches System betrachtet wird, sondern als ein komplexes Kommunikationsnetzwerk, das eine zentrale Rolle in der Regulation vieler physiologischer Prozesse spielt.