Welche Folgen hat eine Aplasie der Vertebralarterie?

Antwort

Eine Aplasie einer Vertebralarterie bedeutet, dass eine der beiden Arteriae vertebrales (Wirbelarterien) von Geburt an nicht angelegt ist oder fehlt. Die Folgen hängen stark davon ab, wie gut die Durchblutung des Gehirns durch andere Gefäße kompensiert wird. **Mögliche Folgen:** 1. **Meist keine Symptome:** In vielen Fällen bleibt eine Aplasie der Vertebralarterie unbemerkt, da die andere Vertebralarterie und die Arteria carotis interna die Durchblutung ausreichend übernehmen können. Das Gehirn verfügt über ein ausgeklügeltes Kollateralsystem (Kreis des Willis), das solche Ausfälle oft kompensiert. 2. **Erhöhtes Risiko bei Gefäßverschlüssen:** Sollte die verbliebene Vertebralarterie oder andere zuführende Gefäße (z.B. die Arteria carotis) im Laufe des Lebens verengt oder verschlossen werden (z.B. durch Arteriosklerose), kann das Risiko für eine Minderdurchblutung (Ischämie) im hinteren Hirnkreislauf steigen. Das kann zu Symptomen wie Schwindel, Sehstörungen, Koordinationsproblemen oder sogar Schlaganfällen führen. 3. **Seltene Symptome:** In seltenen Fällen, wenn die Kompensation nicht ausreicht, können schon bei der Aplasie selbst Symptome einer vertebrobasilären Insuffizienz auftreten, wie Schwindel, Doppelbilder, Gangunsicherheit oder andere neurologische Ausfälle. **Fazit:** Eine Aplasie einer Vertebralarterie bleibt meist folgenlos, solange die anderen Gefäße gesund und durchgängig sind. Das Risiko für Durchblutungsstörungen im hinteren Hirnkreislauf ist jedoch erhöht, falls zusätzliche Gefäßprobleme auftreten. Weitere Informationen findest du z.B. bei [Amboss](https://www.amboss.com/de/wissen/Arteria_vertebralis) oder [Thieme](https://www.thieme.de/viamedici/klinik-faecher-neurologie-1542/a/arteria-vertebralis-17013.htm).

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