Rolle der Wissenschaft und Bildung in 'Corpus Delicti'?

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In Juli Zehs Roman "Corpus Delicti" spielt die Wissenschaft und Bildung eine zentrale Rolle in der dystopischen Gesellschaft, die sie beschreibt. Die Handlung ist in einer Zukunft angesiedelt, in der ein Gesundheitsdiktat namens "METHODE" das Leben der Menschen bestimmt. Wissenschaft und Bildung werden dabei als Werkzeuge genutzt, um die Bevölkerung zu kontrollieren und zu überwachen. 1. **Wissenschaft**: Die Wissenschaft wird in "Corpus Delicti" als unfehlbare Instanz dargestellt, die die Grundlage für die METHODE bildet. Sie dient dazu, gesundheitliche Normen und Standards zu definieren, die alle Bürger einhalten müssen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden nicht hinterfragt, sondern als absolute Wahrheit akzeptiert, was zu einer technokratischen und autoritären Gesellschaft führt. 2. **Bildung**: Bildung wird in der Gesellschaft des Romans stark reglementiert und instrumentalisiert, um die Ideologie der METHODE zu verbreiten. Kritisches Denken und individuelle Meinungen werden unterdrückt, um die Bevölkerung konform und gehorsam zu halten. Bildung dient also weniger der persönlichen Entwicklung und mehr der Indoktrination und Kontrolle. Insgesamt zeigt "Corpus Delicti" eine dystopische Vision, in der Wissenschaft und Bildung nicht zur Förderung von Freiheit und Erkenntnis, sondern zur Aufrechterhaltung eines repressiven Systems genutzt werden.

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