Überblick über die Fabeln im 18. Jahrhundert

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Im 18. Jahrhundert erlebte die Fabel eine Renaissance, insbesondere in der Literatur der Aufklärung. Diese Zeit war geprägt von einem verstärkten Interesse an Moral, Vernunft und der menschlichen Natur. Fabeln wurden häufig genutzt, um gesellschaftliche und politische Missstände zu kritisieren und um moralische Lehren zu vermitteln. Wichtige Autoren dieser Zeit waren unter anderem: 1. **Gotthold Ephraim Lessing**: Er adaptierte Fabeln und nutzte sie, um philosophische und moralische Fragen zu erörtern. Lessings Fabeln sind oft tiefgründig und reflektieren die Werte der Aufklärung. 2. **Jean de La Fontaine**: Obwohl er bereits im 17. Jahrhundert aktiv war, beeinflussten seine Fabeln das 18. Jahrhundert stark. Seine Werke wurden ins Deutsche übersetzt und fanden großen Anklang. La Fontaine kombinierte Humor mit scharfer Gesellschaftskritik. 3. **Friedrich Gottlieb Klopstock**: Er schrieb ebenfalls Fabeln, die oft eine moralische Botschaft transportierten und die menschliche Natur beleuchteten. Die Fabeln des 18. Jahrhunderts zeichnen sich durch eine klare Sprache und eine oft ironische oder satirische Herangehensweise aus. Sie waren nicht nur für Kinder gedacht, sondern auch für ein erwachsenes Publikum, das die subtilen gesellschaftlichen Kommentare und die tiefere Bedeutung der Geschichten schätzte. Die Fabeln dieser Zeit trugen zur Entwicklung der modernen Erzählform bei und beeinflussten spätere literarische Strömungen.

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