Warum gibt es wenige bekannte Fabeldichter?

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Es gibt mehrere Gründe, warum es nur wenige bekannte Fabeldichter gibt: 1. **Tradition der Gattung:** Fabeln sind eine sehr alte Literaturform, die oft mündlich überliefert wurde. Viele Fabeln stammen aus der Antike oder dem Volksgut, sodass die ursprünglichen Autoren oft unbekannt sind. 2. **Berühmtheit einzelner Autoren:** Einige wenige Fabeldichter wie Äsop (Griechenland), Jean de La Fontaine (Frankreich) oder Gotthold Ephraim Lessing (Deutschland) haben die Gattung so stark geprägt, dass sie fast stellvertretend für alle Fabeldichter stehen. Ihre Werke wurden vielfach adaptiert und nacherzählt, wodurch andere Autoren in den Hintergrund traten. 3. **Einfachheit und Kürze:** Fabeln sind meist sehr kurz und einfach gehalten. Sie dienen oft der Vermittlung einer Moral oder Lehre und weniger der künstlerischen Selbstdarstellung des Autors. Dadurch rückt der Dichter selbst in den Hintergrund. 4. **Wandelnde Popularität:** Die Fabel war in bestimmten Epochen (z. B. Aufklärung) sehr beliebt, in anderen Zeiten aber weniger gefragt. Das führte dazu, dass nur wenige Autoren dauerhaft im kulturellen Gedächtnis blieben. 5. **Anonymität und Bearbeitungen:** Viele Fabeln wurden anonym oder unter Pseudonym veröffentlicht oder von späteren Autoren bearbeitet und verändert, sodass die Urheberschaft oft unklar ist. Insgesamt ist die geringe Zahl bekannter Fabeldichter also auf die Geschichte, die Überlieferung und die Eigenheiten der Gattung zurückzuführen.

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