Warum gibt es so wenige Fabeldichterinnen?

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Dass es historisch gesehen so wenige Fabeldichterinnen gibt, liegt vor allem an gesellschaftlichen und kulturellen Strukturen vergangener Jahrhunderte. Bis weit ins 19. und 20. Jahrhundert hinein waren Frauen in vielen Teilen Europas und der Welt vom Zugang zu Bildung, Literatur und öffentlichem Schreiben weitgehend ausgeschlossen. Literarische Berufe und Veröffentlichungen waren meist Männern vorbehalten, und Frauen, die dennoch schrieben, taten dies oft anonym oder unter männlichen Pseudonymen. Fabeln als literarische Gattung waren zudem lange Zeit Teil der schulischen Bildung und der gelehrten Literatur, zu der Frauen selten Zugang hatten. Auch die Veröffentlichungschancen für Frauen waren gering, da Verlage und literarische Zirkel von Männern dominiert wurden. Erst mit der Frauenbewegung und dem gesellschaftlichen Wandel im 19. und 20. Jahrhundert konnten mehr Frauen als Autorinnen in Erscheinung treten – auch im Bereich der Fabeln. Dennoch ist das Genre heute weniger populär, sodass sich auch unter den modernen Schriftstellerinnen nur wenige auf Fabeln spezialisieren. Zusammengefasst: Die geringe Zahl an Fabeldichterinnen ist vor allem ein Ergebnis historischer Benachteiligung von Frauen im Bildungs- und Literaturbetrieb.

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