Wie funktioniert das 4-Ohren-Modell nach Thun im Pflegealltag anhand eines Beispiels?

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Das 4-Ohren-Modell nach Friedemann Schulz von Thun beschreibt, dass jede Nachricht vier verschiedene Seiten hat und auf vier verschiedene Arten verstanden werden kann. Die Grundidee ist, dass Kommunikation nicht nur aus dem Gesagten besteht, sondern auch aus dem, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Die vier Seiten sind: 1. **Sachinhalt** (Worüber informiere ich) 2. **Selbstoffenbarung** (Was gebe ich von mir preis) 3. **Beziehung** (Was halte ich von dir und wie stehe ich zu dir) 4. **Appell** (Wozu möchte ich dich veranlassen) **Beispiel aus dem Pflegealltag:** Eine Pflegekraft sagt zu einer Kollegin: „Der Patient Müller hat noch keine Schmerzmittel bekommen.“ - **Sachinhalt:** Der Patient Müller hat bisher keine Schmerzmittel erhalten. - **Selbstoffenbarung:** Ich habe bemerkt, dass etwas fehlt / Ich bin aufmerksam. - **Beziehung:** Ich traue dir zu, dass du dich darum kümmerst / Ich erinnere dich daran. - **Appell:** Bitte gib Herrn Müller jetzt die Schmerzmittel. Je nachdem, auf welches „Ohr“ die Kollegin hört, kann sie die Aussage unterschiedlich interpretieren. Hört sie z.B. vor allem mit dem Beziehungsohr, könnte sie sich kritisiert fühlen („Du hast etwas vergessen“). Hört sie mit dem Appellohr, versteht sie, dass sie jetzt handeln soll. Das Modell hilft, Missverständnisse zu vermeiden, indem man sich bewusst macht, dass jede Nachricht mehrere Ebenen hat – sowohl beim Senden als auch beim Empfangen.

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