Renes Viscum ist ein anthroposophisches Arzneimittel, das unter anderem Extrakte aus Mistel (Viscum album) enthält und häufig zur unterstützenden Behandlung bei Krebserkrankungen eingesetzt wird. Die anthroposophische Medizin, zu der Renes Viscum gehört, basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der wissenschaftliche und spirituelle Aspekte verbindet. **Wissenschaftliche Studienlage:** - **Mistelpräparate allgemein:** Es gibt zahlreiche Studien zur Misteltherapie bei Krebs, die jedoch in ihrer Qualität und Aussagekraft sehr unterschiedlich sind. Einige kleinere Studien und Erfahrungsberichte deuten auf eine mögliche Verbesserung der Lebensqualität und eine Linderung von Nebenwirkungen der Krebstherapie hin. Die Datenlage zu einer tatsächlichen Verlängerung der Überlebenszeit ist jedoch widersprüchlich und insgesamt nicht überzeugend. - **Renes Viscum speziell:** Für das spezifische Präparat Renes Viscum gibt es kaum hochwertige, unabhängige klinische Studien, die eine Wirksamkeit nachweisen. Die meisten verfügbaren Untersuchungen stammen aus dem anthroposophischen Umfeld und erfüllen oft nicht die strengen Kriterien der evidenzbasierten Medizin (z. B. randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudien). - **Bewertung durch Fachgesellschaften:** Die meisten medizinischen Fachgesellschaften und Institutionen wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) oder die Deutsche Krebsgesellschaft sehen Mistelpräparate – und damit auch Renes Viscum – kritisch, da der Nachweis eines klaren Nutzens bislang fehlt. Sie empfehlen den Einsatz nur im Rahmen von Studien oder nach ausführlicher Aufklärung der Patient:innen. **Fazit:** Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von Renes Viscum ist derzeit unzureichend. Es gibt keine überzeugenden Belege dafür, dass das Präparat das Tumorwachstum hemmt oder das Überleben verlängert. Eine Verbesserung der Lebensqualität ist möglich, aber auch hier ist die Datenlage nicht eindeutig. Wer eine solche Therapie in Erwägung zieht, sollte dies immer mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin besprechen. Weitere Informationen findest du z. B. beim [IQWiG](https://www.gesundheitsinformation.de/misteltherapie-bei-krebs.html) oder der [Deutschen Krebsgesellschaft](https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsbehandlung/komplementaermedizin/misteltherapie.html).