Welche Argumente sprechen bei PPMS für die Zuerkennung der Pflegestufe 1?

Antwort

Bei einer primär progredienten Multiplen Sklerose (PPMS) kann die Beantragung eines Pflegegrades (früher „Pflegestufe 1“, heute „Pflegegrad 1–5“) sinnvoll sein, wenn Einschränkungen im Alltag bestehen. Für die Zuerkennung eines Pflegegrades sind folgende Argumente bzw. Nachweise wichtig: **1. Einschränkungen der Selbstständigkeit:** Beschreibe konkret, welche alltäglichen Aktivitäten ohne Hilfe nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich sind, z. B.: - An- und Auskleiden - Körperpflege (Waschen, Duschen, Zähneputzen) - Nahrungsaufnahme (z. B. Zubereitung von Mahlzeiten, Essen) - Mobilität (z. B. Gehen, Treppensteigen, Positionswechsel im Bett) - Toilettengang **2. Häufigkeit und Dauer des Hilfebedarfs:** Führe auf, wie oft und wie lange täglich oder wöchentlich Unterstützung benötigt wird. **3. Kognitive und kommunikative Einschränkungen:** Falls vorhanden, z. B. Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörungen, Orientierungsprobleme. **4. Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen:** Beispielsweise Unterstützung beim Umgang mit Medikamenten, Hilfsmitteln oder Arztbesuchen. **5. Psychosoziale Aspekte:** Falls die Erkrankung zu Ängsten, Depressionen oder sozialem Rückzug führt, kann auch dies den Hilfebedarf erhöhen. **Wichtige Hinweise:** - Pflegegrad 1 wird bei „geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit“ vergeben. Für höhere Pflegegrade müssen die Einschränkungen deutlicher sein. - Es ist hilfreich, ein Pflegetagebuch zu führen, um den tatsächlichen Hilfebedarf zu dokumentieren. - Ärztliche Atteste und Berichte über die Diagnose und den Verlauf der PPMS sollten beigefügt werden. **Weitere Informationen zum Pflegegradverfahren findest du z. B. bei der [Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft](https://www.dmsg.de/) oder beim [Pflegewegweiser NRW](https://www.pflegewegweiser-nrw.de/).**

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