Nimmt die Anzahl intellektuell unterdurchschnittlicher Menschen weltweit zu?

Antwort

Die Aussage, dass die Anzahl der Menschen, die intellektuell unterdurchschnittlich sind, weltweit zunimmt, ist so pauschal nicht korrekt und wissenschaftlich umstritten. Es gibt verschiedene Aspekte, die in diesem Zusammenhang betrachtet werden müssen: 1. **Bevölkerungswachstum:** Die Weltbevölkerung wächst, besonders in Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen und oft auch geringerer Bildungsinfrastruktur. Dadurch steigt absolut gesehen die Zahl aller Menschen, also auch die derjenigen mit unterdurchschnittlichem Intelligenzquotienten (IQ). Prozentual bleibt der Anteil aber in der Regel gleich, da der IQ per Definition so verteilt ist, dass etwa 50 % unter dem Durchschnitt liegen. 2. **Definition von "intellektuell unterdurchschnittlich":** Der Begriff bezieht sich meist auf einen IQ unter 100 (dem Mittelwert). Da der IQ-Test so konstruiert ist, dass die Verteilung immer gleich bleibt, gibt es immer etwa gleich viele Menschen unter und über dem Durchschnitt, unabhängig von der Gesamtbevölkerung. 3. **Flynn-Effekt:** In vielen Ländern wurde über Jahrzehnte hinweg ein Anstieg der durchschnittlichen IQ-Werte beobachtet (Flynn-Effekt). In einigen Industrieländern scheint dieser Effekt jedoch in den letzten Jahren zu stagnieren oder sich sogar umzukehren. 4. **Bildung und Umwelt:** Intellektuelle Fähigkeiten werden nicht nur genetisch, sondern auch durch Umweltfaktoren wie Bildung, Ernährung und Gesundheitsversorgung beeinflusst. Verbesserungen in diesen Bereichen können dazu führen, dass mehr Menschen ihr intellektuelles Potenzial ausschöpfen. 5. **Mythen und Vorurteile:** Die Behauptung, dass die Menschheit "immer dümmer" wird, ist oft ein Vorurteil und wird durch wissenschaftliche Daten nicht gestützt. Vielmehr zeigen viele Studien, dass Bildung und kognitive Fähigkeiten weltweit tendenziell zunehmen, auch wenn es regionale Unterschiede gibt. **Fazit:** Die absolute Zahl der Menschen mit unterdurchschnittlichem IQ nimmt mit dem Bevölkerungswachstum zu, aber der prozentuale Anteil bleibt gleich. Es gibt keine belastbaren wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Menschheit insgesamt "dümmer" wird. Vielmehr ist die Entwicklung komplex und von vielen Faktoren abhängig.

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