Wie wurde man aus der DDR ausgebürgert?

Antwort vom

In der DDR erfolgte eine „Ausbürgerung“ meist nicht als normales freiwilliges Verwaltungsverfahren, sondern als politischer Akt. Typische Wege waren: 1. **Entzug der Staatsbürgerschaft durch den Staat** Die DDR konnte Personen die Staatsbürgerschaft aberkennen, wenn sie als „staatsfeindlich“ galten. Das traf vor allem Regimekritiker, Künstler, Intellektuelle oder politische Gegner. 2. **Erzwungene Ausreise mit anschließender Aberkennung** Manche Betroffene wurden unter Druck gesetzt, die DDR zu verlassen. Danach wurde oft ihre Rückkehr verhindert und die Staatsbürgerschaft faktisch oder formell entzogen. 3. **Ausbürgerung im Zusammenhang mit Haftfreikauf oder Abschiebung** Politische Häftlinge konnten in den Westen abgeschoben oder „freigekauft“ werden. Damit war häufig verbunden, dass sie nicht zurückkehren durften und ihre Bindung zur DDR staatsrechtlich beendet wurde. 4. **Prominentes Beispiel: Wolf Biermann 1976** Er durfte zu einem Auftritt in den Westen reisen und wurde dann während seines Aufenthalts dort ausgebürgert. Das war eines der bekanntesten Beispiele. Rechtlich stützte sich das auf DDR-Staatsbürgerschaftsrecht, praktisch war es aber stark politisch motiviert und nicht rechtsstaatlich im heutigen Sinn. Kurz gesagt: **Man wurde in der DDR meist nicht „ausgebürgert“, weil man es beantragte, sondern weil der Staat es als Strafe oder politisches Mittel anordnete.**

Verwandte Fragen

Rechte von Frauen in DDR und BRD: Stichpunkte

DDR und BRD gaben Frauen formal Rechte, aber der entscheidende Unterschied war: In der DDR war Erwerbsarbeit politisch gewollt und durch Kinderbetreuung stärker abgesichert, in der BRD blieb die...

Hatten Frauen in der DDR mehr Rechte als in der BRD?

Teilweise ja: In mehreren alltagsrelevanten Bereichen waren Frauen in der DDR früher und oft auch deutlich besser gestellt als in der BRD – aber von echter Gleichberechtigung kann trotzdem...

Hatten Frauen in der DDR mehr Rechte als in der BRD?

Ja – in der DDR hatten Frauen in mehreren zentralen Lebensbereichen faktisch mehr staatlich abgesicherte Gleichstellungsrechte als in der alten BRD, vor allem bei Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung...

Warum fiel die Berliner Mauer?

Die Berliner Mauer fiel, weil die DDR politisch und wirtschaftlich am Ende war und die Führung den Druck der eigenen Bevölkerung nicht mehr kontrollieren konnte. Der unmittelbare Auslös...

Welche deutschen Küstenstädte gehörten zur DDR?

Zur DDR gehörten die Ostsee-Küstenstädte in Mecklenburg-Vorpommern, vor allem Rostock, Wismar, Stralsund, Greifswald und Sassnitz; Nordsee-Küstenstädte gehörten nicht zur...

Welche Firma förderte in der DDR Uran?

In der DDR wurde Uran vor allem von der SDAG Wismut gefördert – später Wismut AG bzw. Wismut GmbH. Sie war kein normales DDR-Unternehmen, sondern ein sowjetisch kontrollierter Bergbaub...