Hatten Frauen in der DDR mehr Rechte als in der BRD?

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**Teilweise ja: In mehreren alltagsrelevanten Bereichen waren Frauen in der DDR früher und oft auch deutlich besser gestellt als in der BRD – aber von echter Gleichberechtigung kann trotzdem keine Rede sein.** Die DDR gab Frauen früher Rechte bei Beruf, Kinderbetreuung und teils beim Schwangerschaftsabbruch; zugleich blieben Macht, Hausarbeit und politische Freiheit stark männlich bzw. staatlich kontrolliert. ([bpb.de](https://www.bpb.de/themen/deutsche-teilung/ddr-kompakt/521468/gleichberechtigung/)) ## Wo die DDR tatsächlich weiter war In der DDR war die Erwerbstätigkeit von Frauen politisch gewollt und praktisch der Normalfall. Dazu kamen ein dichteres Netz an Kinderbetreuung und rechtliche Regelungen, die Frauen früher wirtschaftlich unabhängiger machten als in Westdeutschland. Ende 1988 lag die Beschäftigungsquote von Frauen in der DDR laut bpb bei 91,3 Prozent. ([bpb.de](https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/deutschland-in-den-70er-80er-jahren-270/9766/gesellschaft-und-alltag-in-der-ddr/)) Der Unterschied zur alten BRD war gerade im Familienrecht deutlich. In Westdeutschland durfte eine Ehefrau lange nur arbeiten, soweit sie ihre „häuslichen Pflichten“ nicht vernachlässigte; zentrale Reformen des Ehe- und Familienrechts kamen erst 1976/77. Die DDR hatte solche westdeutschen Ehe- und Rollenmodelle deutlich früher aufgebrochen. ([bpb.de](https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/576893/1976-bundestag-reformiert-das-ehe-und-familienrecht/)) Auch beim Schwangerschaftsabbruch war die DDR liberaler als die BRD. Das ist ein Punkt, der im Rückblick oft unterschätzt wird, weil er für Selbstbestimmung im Alltag viel wichtiger war als bloße Verfassungsformeln. ([de.wikipedia.org](https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_%C3%BCber_den_Mutter-_und_Kinderschutz_und_die_Rechte_der_Frau)) ## Wo der Mythos beginnt Die DDR war nicht „frauenfreundlich“ im heutigen Sinn, sondern vor allem daran interessiert, Frauen als Arbeitskräfte und Mütter zugleich verfügbar zu machen. Das Ergebnis war oft keine Befreiung, sondern die berühmte Doppelbelastung: Vollzeitjob plus Haushalt plus Kinder. Selbst interne DDR-Studien zeigten, dass Hausarbeit weiterhin überwiegend von Frauen geleistet wurde. ([bpb.de](https://www.bpb.de/themen/deutsche-teilung/ddr-kompakt/521468/gleichberechtigung/)) Dazu kommt: Formale Rechte sind nicht dasselbe wie reale Macht. Frauen waren in der Volkskammer zwar sichtbarer vertreten als im Bundestag der alten BRD, aber die entscheidenden Machtzentren der DDR blieben männlich dominiert. Im Politbüro gab es kein weibliches Mitglied mit Stimmrecht. ([bpb.de](https://www.bpb.de/themen/zeit-kulturgeschichte/frauenwahlrecht/279358/parlamentarische-entwicklungen-in-beiden-deutschen-staaten/)) ## Der entscheidende Unterschied Die BRD war in den 1950er- und 1960er-Jahren im Familien- und Rollenbild klar rückständiger. Die DDR war im Alltag moderner, aber politisch unfrei. Deshalb ist die richtige Kurzantwort nicht „ja“ oder „nein“, sondern: **Frauen hatten in der DDR in einigen konkreten Lebensbereichen früher mehr Rechte und mehr staatliche Unterstützung als in der BRD – aber nicht mehr Freiheit und nicht automatisch mehr tatsächliche Gleichstellung.** ([bpb.de](https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/576893/1976-bundestag-reformiert-das-ehe-und-familienrecht/)) Ein praktischer Vergleich macht den Punkt klar: Eine Frau in der DDR konnte oft selbstverständlicher berufstätig sein und eher auf Kinderbetreuung zählen; eine Frau in der BRD war rechtlich und gesellschaftlich länger ans Hausfrauenmodell gebunden. Gleichzeitig hatte die DDR-Frau deshalb nicht automatisch mehr Einfluss, mehr Aufstiegschancen oder ein selbstbestimmteres Leben gegenüber dem Staat. ([bpb.de](https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/576893/1976-bundestag-reformiert-das-ehe-und-familienrecht/))

Kategorie: Geschichte Tags: Frauen DDR BRD

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