Was war der Russlandfeldzug Napoleons?

Antwort

Der Russlandfeldzug Napoleons, auch bekannt als der Russische Feldzug von 1812, war eine militärische Kampagne, die Teil der Napoleonischen Kriege war. Napoleon Bonaparte, der damalige Kaiser der Franzosen, plante den Feldzug, um das Russische Kaiserreich zu zwingen, den Kontinentalsperre gegen Großbritannien zu befolgen und um seine Macht in Europa zu festigen. Der Feldzug begann im Juni 1812, als Napoleon mit einer riesigen Armee, der sogenannten Grande Armée, in Russland einmarschierte. Die Armee bestand aus etwa 600.000 Soldaten aus verschiedenen europäischen Ländern. Die Strategie Napoleons war, schnell nach Moskau vorzudringen und die russischen Truppen in einer entscheidenden Schlacht zu besiegen. Die russische Armee unter dem Kommando von General Mikhail Kutuzov zog sich jedoch strategisch zurück und wandte die Taktik der verbrannten Erde an, indem sie Dörfer und Vorräte zerstörte, um die französischen Truppen zu schwächen. Dies führte dazu, dass die Grande Armée in der feindlichen Umgebung zunehmend unter Versorgungsengpässen und dem harten russischen Winter litt. Im September 1812 kam es zur Schlacht von Borodino, einer der blutigsten Schlachten der Geschichte, die zwar als taktischer Sieg für Napoleon galt, jedoch hohe Verluste auf beiden Seiten forderte. Schließlich erreichte Napoleon im September Moskau, fand die Stadt jedoch weitgehend verlassen und in Flammen. Angesichts des bevorstehenden Winters und der unzureichenden Versorgung entschied sich Napoleon, im Oktober 1812 den Rückzug anzutreten. Der Rückzug wurde von russischen Truppen und Partisanen angegriffen, was zu katastrophalen Verlusten führte. Von den ursprünglich etwa 600.000 Soldaten kehrten nur rund 100.000 nach Hause zurück. Der Russlandfeldzug gilt als einer der entscheidenden Wendepunkte in den Napoleonischen Kriegen und führte letztlich zu Napoleons Niederlage und dem Verlust seiner Macht in Europa.

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