Die Entscheidungen, die zur Lücke zwischen den beiden angreifenden deutschen Armeen führten und damit letztlich zur Schlacht an der Marne 1914 beitrugen, wurden maßgeblich von den deutschen Oberbefehlshabern getroffen. Im Zentrum standen dabei: 1. **Generaloberst Helmuth von Moltke (der Jüngere)** – Er war der Chef des Generalstabs des deutschen Heeres und damit der oberste militärische Planer und Entscheider. Moltke modifizierte den ursprünglichen Schlieffen-Plan und schwächte insbesondere den rechten (westlichen) Flügel, um Truppen an die Ostfront gegen Russland zu verlegen. 2. **General Alexander von Kluck** – Kommandeur der 1. Armee, die den äußersten rechten Flügel bildete. Von Kluck entschied eigenmächtig, seine Armee südöstlich von Paris zu führen, statt wie ursprünglich geplant westlich an Paris vorbeizuziehen. Dadurch öffnete er eine Lücke zwischen seiner 1. Armee und der 2. Armee unter General Karl von Bülow. 3. **General Karl von Bülow** – Kommandeur der 2. Armee. Er verlangsamte das Vorrücken seiner Truppen, um seine Flanke zu schützen, was die Lücke zur 1. Armee weiter vergrößerte. Die Kombination aus Moltkes strategischen Änderungen, von Klucks eigenmächtigem Schwenk südöstlich von Paris und von Bülows vorsichtigem Vorgehen führte dazu, dass zwischen der 1. und 2. Armee eine Lücke entstand. Diese wurde von den alliierten Streitkräften unter französischer und britischer Führung erkannt und ausgenutzt, was schließlich zur Schlacht an der Marne und zum Scheitern des deutschen Vormarschs führte. Weitere Informationen: - [Helmuth von Moltke (Wikipedia)](https://de.wikipedia.org/wiki/Helmuth_Johannes_Ludwig_von_Moltke) - [Schlacht an der Marne (Wikipedia)](https://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Schlacht_an_der_Marne)