Wie haben sich die Vertreter des Dritten Standes zusammengeschlossen und die Nationalversammlung gegründet?

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Die Vertreter des Dritten Standes in Frankreich schlossen sich im Jahr 1789 zusammen und gründeten die Nationalversammlung als Reaktion auf die Ungerechtigkeiten und die politische Machtlosigkeit, die sie im Ancien Régime erlebten. Der Dritte Stand bestand hauptsächlich aus Bürgern, Bauern und Handwerkern, die im Gegensatz zu den privilegiertenänden (Klerus und Adel) kaum politische Mitspracherechte hatten. Der entscheidende Moment kam während der Generalständeversammlung, die König Ludwig XVI. einberufen hatte, um die Finanzkrise des Landes zu bewältigen. Die Vertreter des Dritten Standes forderten eine gerechtere Stimmenverteilung, da sie die Mehrheit der Bevölkerung repräsentierten, aber nur eine Stimme im Vergleich zu den anderen beiden Ständen hatten. Am 17. Juni 1789 erklärten sich die Vertreter des Dritten Standes zur Nationalversammlung und luden die anderen Stände ein, sich ihnen anzuschließen. Sie schworen den berühmten Ballhausschwur (Serment du Jeu de Paume) am 20. Juni 1789, in dem sie versprachen, nicht auseinanderzugehen, bis eine neue Verfassung für Frankreich geschaffen sei. Dies markierte den Beginn der Französischen Revolution und den Übergang zu einer neuen politischen Ordnung.

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