Was sind kalkulatorische Kosten?

Antwort

Kalkulatorische Kosten sind Kosten, die in der Kosten- und Leistungsrechnung eines Unternehmens berücksichtigt werden, obwohl ihnen kein tatsächlicher, also kein zahlungswirksamer Aufwand in der Finanzbuchhaltung gegenübersteht. Sie dienen dazu, den betrieblichen Werteverzehr realistisch abzubilden und die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens besser beurteilen zu können. Typische Beispiele für kalkulatorische Kosten sind: - **Kalkulatorische Miete:** Wenn ein Unternehmer eigene Räume nutzt und dafür keine Miete zahlt, wird eine fiktive Miete angesetzt. - **Kalkulatorischer Unternehmerlohn:** In Einzelunternehmen oder Personengesellschaften wird der Lohn des Unternehmers als Kosten angesetzt, obwohl er sich selbst kein Gehalt zahlt. - **Kalkulatorische Zinsen:** Es werden Zinsen auf das im Unternehmen eingesetzte Eigenkapital berechnet, auch wenn dafür keine tatsächlichen Zinszahlungen anfallen. - **Kalkulatorische Abschreibungen:** Sie können sich von den bilanziellen Abschreibungen unterscheiden, z. B. wenn andere Nutzungsdauern oder Werte angesetzt werden. Der Zweck kalkulatorischer Kosten ist es, die tatsächlichen Kosten der Leistungserstellung möglichst realitätsnah abzubilden, um fundierte betriebswirtschaftliche Entscheidungen treffen zu können.

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