Wie verdienen Banken am Highspeed-Aktienhandel trotz Transaktionsgebühren?

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**Banken verdienen am Highspeed-Aktienhandel nicht trotz Gebühren, sondern gerade durch ein Modell, bei dem sie extrem viele Mini-Gewinne pro Trade einsammeln: Spread, Börsenrabatte, interne Orderausführung und statistische Vorteile sind meist größer als die einzelnen Transaktionskosten.** ([sec.gov](https://www.sec.gov/newsroom/speeches-statements/lizarraga-statement-regulation-nms-091824)) ## Woher der Gewinn wirklich kommt Der wichtigste Punkt: Bei Highspeed-Handel geht es oft nicht darum, auf große Kursanstiege zu warten, sondern tausendfach winzige Preisunterschiede auszunutzen. Wer als Market Maker gleichzeitig Kauf- und Verkaufskurse stellt, verdient am **Spread** – also an der kleinen Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Wenn eine Aktie etwa bei 100,00/100,01 notiert, kann schon 1 Cent Unterschied pro Aktie reichen, solange das millionenfach passiert. ([sec.gov](https://www.sec.gov/newsroom/speeches-statements/lizarraga-statement-regulation-nms-091824)) Dazu kommt das **Maker-Taker-Modell** vieler Börsen: Wer Liquidität ins Orderbuch stellt, bekommt oft einen kleinen Rabatt pro Aktie; wer Liquidität herausnimmt, zahlt eher die höhere Gebühr. NYSE weist für 2025 z. B. Gebühren fürs „Taking liquidity“ und separate Gutschriften bzw. Rebates fürs „Adding liquidity“ aus. Das heißt: Ein Teil der Highspeed-Strategie besteht genau darin, Orders so zu platzieren, dass man eher Rabatte kassiert als Gebühren zahlt. ([nyse.com](https://www.nyse.com/markets/nyse/trading-info/fees)) ## Warum Gebühren das Modell nicht zerstören Die Annahme „jede Transaktion kostet, also lohnt sich das nicht“ ist zu kurz. Große Handelsfirmen und Banken zahlen in der Praxis **nicht einfach Standardpreise pro Trade** wie ein Privatanleger. Sie handeln mit Sonderkonditionen, Volumenstaffeln, direkter Börsenanbindung und teils interner Verrechnung. Außerdem zählt nicht die einzelne Order, sondern die Nettorechnung über Millionen Orders. ([nyse.com](https://www.nyse.com/markets/nyse/trading-info/fees)) Ein einfacher Vergleich: Für einen Privatanleger wären 1.000 Käufe und Verkäufe am Tag ruinös teuer. Für eine Bank mit direktem Marktzugang kann derselbe Ablauf profitabel sein, wenn sie pro Aktie z. B. einen kleinen Spread verdient und zusätzlich Börsenrabatte mitnimmt. Entscheidend ist also nicht „gibt es Gebühren?“, sondern **ob der erwartete Vorteil pro Trade nach allen Kosten positiv bleibt**. ([nyse.com](https://www.nyse.com/markets/nyse/trading-info/fees)) ## Ein oft übersehener Punkt Viele verwechseln **Banken** mit klassischen HFT-Firmen. Ein großer Teil des Highspeed-Handels wird nicht von Universalbanken selbst betrieben, sondern von spezialisierten Market Makern und Proprietary-Trading-Firmen. Banken verdienen aber oft indirekt mit – etwa über Brokerage, Orderweiterleitung, Infrastruktur, Finanzierung oder eigene Market-Making-Einheiten. FINRA beschreibt seit langem, dass Orderrouting und Vergütungen für Orderfluss ein eigener wirtschaftlicher Faktor sind. ([finra.org](https://www.finra.org/rules-guidance/notices/85-32)) ## Die praktische Konsequenz Für dich heißt das: Highspeed-Handel lebt von **Masse statt Marge**. Die einzelne Transaktion bringt oft fast nichts, aber bei riesigem Volumen, minimalen Kosten und technischem Vorsprung wird daraus ein profitables Geschäft. Genau deshalb sind Geschwindigkeit, Gebührenstruktur und Orderrouting wichtiger als die Frage, ob „pro Trade eine Gebühr anfällt“. ([sec.gov](https://www.sec.gov/newsroom/speeches-statements/lizarraga-statement-regulation-nms-091824))

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