Banken verdienen am Highspeed-Aktienhandel nicht trotz Gebühren, sondern gerade durch ein Modell, bei dem sie extrem viele Mini-Gewinne pro Trade einsammeln: Spread, Börsenrabatte, interne O...
Bei wem sind Aktienbroker angestellt, wer erhält die Gebühren aus dem Aktienhandel und müssen Banken ebenfalls Gebühren zahlen?
Antwort vom**Aktienbroker sind meist bei Banken, Online-Brokern oder Wertpapierfirmen angestellt; die Handelsgebühren gehen je nach Modell an Broker, Börse, Clearingstellen und teils die depotführende Bank – und ja, Banken zahlen selbst ebenfalls Gebühren für Börsenzugang, Abwicklung und Verwahrung.** ## Wer ist der „Broker“ überhaupt Im Alltag meint „Broker“ oft einfach den Anbieter, über den du Aktien kaufst – also zum Beispiel eine Bank oder einen Online-Broker. Streng genommen gibt es aber mehrere Rollen: - **dein Broker / deine Bank**: nimmt deinen Auftrag an - **Handelsplatz / Börse**: führt den Kauf oder Verkauf aus - **Clearing- und Abwicklungsstellen**: sorgen dafür, dass Geld und Aktien korrekt getauscht werden - **Depotbank / Verwahrer**: hält die Wertpapiere technisch im Depot Der klassische einzelne „Börsenmakler“ ist heute viel weniger sichtbar als früher. Meist handelst du mit einem Unternehmen, nicht mit einer einzelnen Person. ## Wer bekommt die Gebühren Die Gebühr, die du als Kunde siehst, bleibt normalerweise **nicht komplett bei einer Stelle**. Typisch ist diese Verteilung: - **Broker/Bank**: für Orderannahme, Technik, Kundenservice, Depotführung - **Börse oder Handelsplatz**: für die Ausführung des Auftrags - **Clearing/Settlement**: für die rechtliche und technische Abwicklung - **Verwahrung**: für das Halten der Wertpapiere im System Wichtig ist: Bei sehr günstigen Neobrokern kommt ein Teil der Einnahmen oft **nicht nur aus deiner sichtbaren Ordergebühr**, sondern auch aus Vergütungen des Handelsplatzes oder aus Nebenerlösen. Genau deshalb wirken manche Angebote fast kostenlos. ## Sind Broker bei der Börse angestellt Normalerweise **nein**. Ein Broker ist in der Regel bei: - einer Bank - einem Online-Broker - einem Wertpapierinstitut - einem Market Maker oder Handelshaus Die Börse selbst betreibt den Marktplatz, beschäftigt aber nicht automatisch die Leute, die für Kunden Orders vermitteln. ## Müssen Banken auch Gebühren zahlen **Ja, und zwar laufend.** Banken und Broker zahlen selbst an mehreren Stellen: - **Börsengebühren** für den Zugang und die Nutzung des Handelsplatzes - **Clearinggebühren** für die Abwicklung - **Verwahrgebühren** für die Lagerung der Wertpapiere - **IT-, Regulierungs- und Anschlusskosten** - teils **Gebühren an Zwischenbanken oder Lagerstellen** Die Bank schlägt diese Kosten entweder direkt auf den Kunden um oder finanziert sie indirekt über Spreads, Pauschalen, Depotgebühren oder Rückvergütungen. ## Der wichtigste Unterschied Viele denken: „Ich zahle 5 Euro Ordergebühr, also bekommt mein Broker 5 Euro.“ So einfach ist es nicht. Von diesen 5 Euro können zum Beispiel mehrere Stellen etwas abbekommen. Umgekehrt kann ein Broker auch dann verdienen, wenn deine direkte Gebühr sehr niedrig oder sogar null ist. ## Praktische Konsequenz für dich Entscheidend ist nicht nur die sichtbare Ordergebühr, sondern **die Gesamtkosten des Handels**: - Ordergebühr - Spread - Börsenplatzkosten - mögliche Fremdspesen - Depotgebühren Ein Broker mit „0 Euro Ordergebühr“ ist deshalb nicht automatisch günstiger als eine Bank mit 4,90 Euro pro Trade. Der echte Preis steckt oft im Ausführungskurs und in den Nebenkosten.