Wie funktioniert Richtungswahrnehmung?

Antwort

Die Richtungswahrnehmung beschreibt die Fähigkeit, die Richtung einer Schallquelle oder eines Reizes im Raum zu erkennen. Beim Menschen ist sie vor allem beim Hören und Sehen relevant. **Beim Hören**: Das Gehirn nutzt verschiedene Hinweise, um die Richtung eines Geräuschs zu bestimmen: 1. **Laufzeitunterschiede**: Ein Schall erreicht das eine Ohr etwas früher als das andere, wenn die Quelle nicht direkt vor oder hinter dem Kopf liegt. Das Gehirn kann diese winzigen Zeitunterschiede (Interaurale Zeitdifferenz) auswerten. 2. **Pegelunterschiede**: Der Schall ist auf dem dem Geräusch zugewandten Ohr meist etwas lauter (Interaurale Pegeldifferenz). 3. **Spektrale Hinweise**: Die Ohrmuschel verändert den Klang je nach Einfallswinkel, besonders bei der Unterscheidung von oben/unten oder vorne/hinten. **Beim Sehen**: Die Augen nehmen aus leicht unterschiedlichen Perspektiven wahr (binokulares Sehen). Das Gehirn nutzt diese Unterschiede (Querdisparation), um die Richtung und Entfernung von Objekten zu bestimmen. **Zusammengefasst**: Die Richtungswahrnehmung entsteht durch die Auswertung von Unterschieden in Zeit, Lautstärke und Klangfarbe (beim Hören) oder durch unterschiedliche Blickwinkel (beim Sehen). Das Gehirn verarbeitet diese Informationen und ermöglicht so die Orientierung im Raum.

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