Warum greifen manche Hunde scheinbar aus Lust am Töten alles und jeden an?

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In solchen Hunden geht in der Regel nicht „Lust am Töten“ vor, sondern eine Kombination aus **stark aktivierten, fehlgeleiteten Verhaltenssystemen** und **mangelnder Hemmung/Steuerung** – für Menschen wirkt das wie „bösartig“, ist aber meist erklärbar durch Biologie, Lernen und Situation: - **Beutefang-/Jagdverhalten (Predation):** Bewegungsreize (Rennen, Quietschen, Flattern) können eine sehr schnelle, „kalte“ Angriffskette auslösen. Das ist oft **nicht** mit Wut verbunden, sondern mit hochfokussierter Erregung. - **Angst und defensive Aggression:** Ein Hund, der sich bedroht, eingeengt oder überfordert fühlt, kann nach dem Prinzip „Angriff ist die beste Verteidigung“ eskalieren – besonders, wenn er gelernt hat, dass Drohen nicht hilft. - **Ressourcenverteidigung:** Schutz von Futter, Spielzeug, Liegeplatz oder Bezugsperson kann zu heftigen Attacken führen, wenn Grenzen nie sauber trainiert wurden oder der Hund unsicher ist. - **Schmerz/medizinische Ursachen:** Schmerzen (z.B. orthopädisch, Ohren, Zähne), neurologische Probleme oder hormonelle/stoffwechselbedingte Faktoren können Reizbarkeit und Impulskontrolle massiv verschlechtern. - **Frustration und Übererregung:** Dauerstress, Unter- oder Überforderung, fehlende Ruhe, schlechte Impulskontrolle – dann kippt Erregung in Aggression („Übersprung“). - **Lerngeschichte/Fehlprägung:** Frühere Erfolge mit Aggression, harte/inkonsistente Strafen, mangelnde Sozialisierung oder wiederholte Konflikte können Aggression stabilisieren. - **Genetik/Selektion:** Manche Linien sind stärker auf bestimmte Verhaltensbausteine (z.B. Griff, Hartnäckigkeit, Reizschwelle) selektiert; das erklärt **Neigungen**, ersetzt aber nie die Analyse von Haltung, Training und Kontext. Wichtig: Hunde greifen fast nie „grundlos“ an – es gibt meist **Auslöser**, die Menschen übersehen (Distanz, Körpersprache, Enge, Lärm, Bewegung, Ressourcen, Schmerz). Wenn ein Hund wiederholt „alles und jeden“ attackiert, ist das ein **akutes Sicherheitsproblem** und gehört fachlich (Tierarzt + qualifizierte Verhaltensdiagnostik) abgeklärt; bis dahin sind Managementmaßnahmen wie Leine, Maulkorb und strikte Trennung von Risikosituationen entscheidend.

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