Warum reduziert sich die GABA-Freisetzung einer Horizontalzelle nach Belichtung eines Photorezeptors?

Antwort

In der Netzhaut des Auges sind Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen) für die Umwandlung von Licht in elektrische Signale verantwortlich. Diese Photorezeptoren stehen mit Horizontalzellen in Kontakt, die eine wichtige Rolle bei der lateralen Verschaltung und Kontrastverstärkung spielen. Im Dunkeln sind Photorezeptoren depolarisiert und setzen kontinuierlich den Neurotransmitter Glutamat frei. Dieses Glutamat wirkt auf die nachgeschalteten Horizontalzellen und hält sie ebenfalls in einem depolarisierten Zustand. Depolarisierte Horizontalzellen setzen wiederum den hemmenden Neurotransmitter GABA (Gamma-Aminobuttersäure) frei. Wenn Licht auf einen Photorezeptor trifft, wird dieser hyperpolarisiert. Das bedeutet, dass weniger Glutamat freigesetzt wird. Die nachgeschaltete Horizontalzelle erhält dadurch weniger exzitatorischen Input, wird selbst hyperpolarisiert und setzt weniger GABA frei. Zusammengefasst: **Belichtung eines Photorezeptors führt zu dessen Hyperpolarisation → weniger Glutamat-Freisetzung → Hyperpolarisation der Horizontalzelle → reduzierte GABA-Freisetzung durch die Horizontalzelle.** Das ist ein wichtiger Mechanismus für die Signalverarbeitung und Kontrastverstärkung in der Netzhaut.

Neue Frage stellen

Verwandte Fragen

Wird Glutamat als Rohstoff für die GABA-Bildung benötigt?

Ja, Glutamat wird als Rohstoff für die Bildung von GABA (Gamma-Aminobuttersäure) benötigt. Im menschlichen Körper wird GABA durch eine enzymatische Reaktion aus Glutamat gebildet.... [mehr]