Jim Cummins ist ein kanadischer Bildungsforscher, der vor allem für seine Arbeit zu Zweisprachigkeit und Sprachförderung bekannt ist. Er zeigte, dass Kinder eine Zweitsprache in der Schule m...
Wer legt Allgemeinwissen fest?
Antwort vom**Allgemeinwissen bestimmt keine einzelne Instanz; es entsteht sozial durch das, was eine Gesellschaft über Schule, Medien, Wissenschaft, Alltag und Kultur als grundlegend relevant anerkennt.** Entscheidend ist: Allgemeinwissen ist kein fester Naturbestand, sondern ein Auswahlprodukt. Was als „selbstverständlich bekannt“ gilt, hängt von Zeit, Land, Bildungssystem und Milieu ab. In Deutschland gehört etwa die grobe Geschichte des Zweiten Weltkriegs eher dazu als Detailwissen über das Steuersystem in Japan. ## Wer prägt dieses Wissen konkret Vor allem vier Bereiche: - **Schule und Lehrpläne**: Sie legen fest, was breite Bevölkerungsschichten früh lernen. - **Medien und Öffentlichkeit**: Themen, die ständig vorkommen, wirken schnell wie Allgemeinwissen. - **Wissenschaft und Institutionen**: Sie liefern die Inhalte, die als gesichert und relevant gelten. - **Alltag und Kultur**: Was im Berufsleben, im politischen Diskurs oder im sozialen Miteinander ständig vorausgesetzt wird, rutscht ins Allgemeinwissen. ## Der wichtigste Punkt Allgemeinwissen ist immer auch eine Machtfrage. Wer Lehrpläne macht, Medien dominiert oder kulturelle Standards setzt, beeinflusst mit, was als „jeder sollte das wissen“ gilt. Deshalb verändert sich Allgemeinwissen ständig: Früher war Latein für Gebildete zentral, heute eher digitale Grundkompetenz. ## Wichtiger Unterschied Nicht alles, was viele Menschen wissen, ist automatisch Allgemeinwissen. Fußballtabellen oder Promi-News können sehr verbreitet sein, gelten aber meist nicht als allgemeines Bildungswissen. Umgekehrt kann etwas Allgemeinwissen sein, obwohl viele es im Detail nicht mehr korrekt wiedergeben können, etwa die Bedeutung des Grundgesetzes oder die grobe Funktionsweise von Wahlen. ## Praktische Konsequenz Wenn jemand von „Allgemeinwissen“ spricht, meint er oft nicht nur Wissen, sondern auch eine soziale Erwartung: *Das sollte man wissen, um als informiert zu gelten.* Genau deshalb ist der Begriff nützlich, aber auch unscharf und manchmal elitär.
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