Was wird in der schriftlichen Zwischenprüfung 2026 zur Pflegefachfrau erwartet?

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**Erwartet wird vor allem, dass du in der schriftlichen Zwischenprüfung keine Einzelbegriffe auswendig herunterbetest, sondern zwei Pflegesituationen fachlich sauber bearbeitest: Pflegebedarf erkennen, Pflege planen, begründen, Risiken einschätzen und dein Handeln auf verschiedene Altersgruppen und Versorgungsbereiche übertragen.** Die Zwischenprüfung ist bundesrechtlich keine Abschlussprüfung, sondern eine Standortbestimmung nach dem zweiten Ausbildungsdrittel; die Länder regeln die genaue Form. ([bundesgesundheitsministerium.de](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/A/Ausbildungs-_und_Pruefungs_Verordnung_Pflegeberufe_final.pdf)) ## Was inhaltlich drankommt Die Grundlage ist nicht „ein Spezialthema für 2026“, sondern das Kompetenzspektrum der ersten zwei Ausbildungsjahre nach Anlage 1 der PflAPrV. Dazu gehört vor allem der **Pflegeprozess**: Informationen erfassen, Probleme und Ressourcen erkennen, Ziele formulieren, Maßnahmen auswählen, Durchführung begründen und Ergebnisse bewerten. ([bundesgesundheitsministerium.de](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/A/Ausbildungs-_und_Pruefungs_Verordnung_Pflegeberufe_final.pdf)) Typisch sind außerdem: - Beobachtung und Einschätzung von Pflegesituationen - Prophylaxen und Patientensicherheit - Kommunikation mit Pflegebedürftigen und Angehörigen - Hygiene, Mobilisation, Ernährung, Ausscheidung, Schmerz, Wund- und Medikamentenbezug - Dokumentation und Übergabe - rechtliche und ethische Grundlagen im pflegerischen Handeln Der entscheidende Punkt: Du musst Wissen **an einem Fall anwenden**. Reines Aufzählen von Definitionen reicht meist nicht. ## Wie die schriftliche Prüfung oft aussieht Bundesweit einheitlich ist vor allem: Die Zwischenprüfung ermittelt den Ausbildungsstand zum Ende des zweiten Ausbildungsdrittels. In Bayern ist die schriftliche Form konkret geregelt: **zwei Fallbeispiele aus verschiedenen Versorgungsbereichen und verschiedenen Altersgruppen, 120 Minuten Bearbeitungszeit**. Das ist ein guter Hinweis darauf, wie solche Prüfungen praktisch aufgebaut sein können, auch wenn Details je nach Bundesland oder Schule abweichen. ([bundesgesundheitsministerium.de](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/A/Ausbildungs-_und_Pruefungs_Verordnung_Pflegeberufe_final.pdf)) Das heißt für dich konkret: Es kann z. B. ein Fall aus der stationären Langzeitpflege und ein anderer aus dem Krankenhaus oder ambulanten Bereich kommen. Ein häufiger Fehler ist, nur „deinen“ aktuellen Einsatzbereich zu lernen. Genau das reicht meist nicht. ## Was Prüfer wirklich sehen wollen Prüfer achten meist auf vier Dinge: 1. **Erkennst du das eigentliche Pflegeproblem?** Also nicht nur „Patient hat Schmerzen“, sondern: Was bedeutet das für Mobilität, Schlaf, Sturzrisiko, Selbstversorgung und Beobachtung 2. **Kannst du priorisieren?** Nicht alles ist gleich wichtig. Akute Risiken, Sicherheit und Beobachtung gehen vor. 3. **Begründest du pflegerisch sauber?** Maßnahmen ohne Begründung wirken wie auswendig gelernt. 4. **Denkst du alters- und situationsgerecht?** Ein Kind, ein hochaltriger Mensch mit Demenz und ein postoperativer Erwachsener brauchen unterschiedliche Schwerpunkte. ## Der wichtigste Unterschied zur normalen Klassenarbeit Die Zwischenprüfung prüft **Transfer**, nicht bloß Unterrichtswissen. Der Unterschied ist simpel: - **Schwache Antwort:** „Dekubitusprophylaxe durchführen.“ - **Starke Antwort:** „Wegen eingeschränkter Mobilität, Schmerzen und langer Liegezeiten besteht erhöhtes Dekubitusrisiko; deshalb sind regelmäßige Lageveränderungen, Hautbeobachtung, Druckentlastung und Mobilisationsförderung notwendig.“ Genau dieser Schritt von „Thema nennen“ zu „am Fall begründen“ macht in Pflegeprüfungen den Unterschied. ## Praktische Einschätzung für 2026 Für 2026 gibt es nach derzeitigem Stand **kein bundesweit neues Sonderthemen-Set** nur für die schriftliche Zwischenprüfung. Maßgeblich bleiben die Kompetenzen der generalistischen Ausbildung und die landes- bzw. schulrechtliche Ausgestaltung. Wenn dir jemand sagt, es gebe „die offiziellen Themen 2026“, ist das in dieser Pauschalität meist falsch. ([bundesgesundheitsministerium.de](https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/A/Ausbildungs-_und_Pruefungs_Verordnung_Pflegeberufe_final.pdf)) Am sinnvollsten lernst du deshalb in dieser Reihenfolge: - Pflegeprozess - häufige Risiken und Prophylaxen - Beobachtung/Vitalzeichen/Veränderungen erkennen - Kommunikation und Anleitung - rechtlich-ethische Grundlagen - Fallbearbeitung in **ambulant, stationär akut, stationär langzeit** und mit **Kind, Erwachsenem, altem Menschen** Wer das beherrscht, ist deutlich besser vorbereitet als jemand, der nur Krankheitsbilder auswendig lernt.

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