Warum ergibt sich aus der Annahme, dass der Mensch ein instinktreduziertes Wesen ist, eine Notwendigkeit zur Erziehung?

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Die Aussage „Der Mensch, ein instinktreduziertes Wesen“ deutet darauf hin, dass der Mensch im Vergleich zu vielen Tieren über weniger ausgeprägte Instinkte verfügt. Während Tiere oft durch angeborene Verhaltensweisen und Instinkte geleitet werden, ist der Mensch stärker auf Lernen und soziale Interaktion angewiesen, um sich in seiner Umwelt zurechtzufinden. Diese Instinktreduzierung führt zu mehreren Notwendigkeiten in Bezug auf die Erziehung: 1. **Soziale Anpassung**: Da Menschen weniger durch Instinkte geleitet werden, müssen sie lernen, sich in sozialen Gruppen zu verhalten. Erziehung vermittelt soziale Normen, Werte und Verhaltensweisen, die für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft wichtig sind. 2. **Kognitive Entwicklung**: Der Mensch hat die Fähigkeit zu komplexem Denken, Problemlösen und kreativen Ausdruck. Erziehung fördert diese kognitiven Fähigkeiten, indem sie Wissen und kritisches Denken vermittelt. 3. **Emotionale Intelligenz**: Da Menschen instinktiv weniger auf emotionale Signale reagieren, ist es wichtig, emotionale Kompetenzen zu entwickeln. Erziehung hilft, Empathie, Selbstbewusstsein und soziale Fähigkeiten zu fördern. 4. **Individuelle Entfaltung**: Die Erziehung ermöglicht es Individuen, ihre Talente und Interessen zu entdecken und zu entwickeln, was in einer instinktbasierten Existenz nicht in gleichem Maße möglich wäre. 5. **Moralische Werte**: In einer Welt, in der Instinkte nicht die Hauptantriebsfeder sind, ist es notwendig, moralische und ethische Werte zu vermitteln, um verantwortungsvolles Handeln zu fördern. Insgesamt ergibt sich aus der Instinktreduzierung des Menschen die Notwendigkeit, durch Erziehung die Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, die für ein erfülltes und verantwortungsvolles Leben in der Gesellschaft erforderlich sind.

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